Clement gegen Verkauf
"MTU soll deutsches Unternehmen bleiben"

Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) hat sich gegen einen Verkauf der Daimler-Chrysler-Triebwerkstochter MTU an einen ausländischen Interessenten ausgesprochen.

Reuters BERLIN. „Es ist natürlich in unserem Interesse, dass die Verantwortung für MTU möglichst bei einem deutschen Unternehmen bleibt“, sagte Clement am Freitag auf Anfrage in Eisenhüttenstadt. Die Politik müsse dabei mit im Spiel sein. „Die Politik sollte solche Vorgänge vorab klären können“, ergänzte er. Zuvor hatten Daimler-Chrysler und die Bundesregierung einen Zeitungsbericht dementiert, dem zufolge am Montag ein Gespräch im Kanzerleramt mit Daimler-Chrysler-Vorstandsmitglied Manfred Bischoff zu einem möglichen Verkauf von MTU an einen ausländischen Investor angesetzt sei. Die Regierung unterstrich, sie beobachte diesen Vorgang mit hoher Sensibilität.

Über einen Verkauf der MTU Aero Engines wird seit Monaten spekuliert. Offiziell bestätigt wurden Verkaufsbemühungen von Daimler-Chrysler selbst bislang nicht. In Branchenkreisen war jedoch bereits vor Wochen davon die Rede, dass der Stuttgarter Autokonzern die Verhandlungen über einen Verkauf bis Ende August abgeschlossen haben will. Für MTU soll es den Kreisen zufolge mehrere Angebote gegeben haben, darunter auch von Investoren aus den USA. Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) hatte kürzlich erklärt, bei Verkäufen deutscher Rüstungsunternehmen favorisiere er eine deutsche Lösung. Wenn das nicht zu verwirklichen sei, halte er aber auch europäische Lösungen für akzeptabel.

„Es gibt kein Gespräch am Montag“, sagten am Freitag sowohl ein Sprecher des Unternehmens als auch Regierungssprecher Bela Anda. Zuvor hatte die „Berliner Zeitung“ unter Berufung auf Regierungskreise von einem Gespräch von Daimler-Chrysler-Vorstand Bischoff im Kanzleramt berichtet. Anda ergänzte aber: „Eine Sensibilität in dieser Frage (des MTU-Verkaufs) ist durchaus vorhanden auf Seiten der Bundesregierung.“ Eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums sagte zum gleichen Thema: „Wir beschäftigen uns damit, wir beobachten das sehr genau.“

Die Regierung hatte kürzlich eine Gesetzesinitiative angekündigt, mit der sich die Regierung eine Art Vetorecht bei Verkäufen von mehr als 25 % der Stimmrechte eines deutschen Rüstungskonzerns an ausländischen Investoren vorbehalten will. Clement sagte dazu: „Davon (von diesem Vetorecht) wird man nicht sehr exzessiv Gebrauch machen.“ Von der Industrie wird das Gesetzesvorhaben kritisch bewertet.

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