CNOOC
China will Nigerias Ölreserven kaufen

Chinesische Konzerne gehen vor allem in Afrika immer aggressiver vor. Das jüngste Beispiel ist allem Anschein nach der Ölkonzern CNOOC. Laut einem Zeitungsbericht will das chinesische Großunternehmen in großem Umfang Reserven in Nigeria einkaufen.

KAPSTADT/ DÜSSELDORF. Chinas Rohstoffhunger kennt offenbar keine Grenzen. Nun bereitet das Land einen Mega-Deal im ölreichen Nigeria vor. Bereits seit Monaten kaufen sich staatliche chinesische Unternehmen weltweit sowohl in Bergwerke als auch in ganze Unternehmen ein, um so den Rohstoffnachschub für das Land zu sichern.

CNOOC, einer der drei großen Ölkonzerne Chinas, plant nach einem Bericht der „Financial Times“ in Nigeria den Aufkauf von rund sechs Mrd. Barrel Rohöl; ein Barrel entspricht rund 159 Liter. Sollte das Geschäft zustande kommen, wäre es der größte Zukauf der Chinesen in Afrikas Ölbranche; bislang hat China sein Geld dort vor allem in die Erschließung neuer Ölfelder gesteckt. Im Gegensatz dazu handelt es sich diesmal um ein bereits aktives Ölfeld, in dem eine Reihe westlicher Firmen fördern. Experten schätzen den Wert der 16 zum Kauf angebotenen Lizenzen auf 30 Mrd. Dollar. Andere Quellen sprechen von bis zu 50 Mrd. Dollar. Erst vor wenigen Tagen hat China ein 16 Mrd. Dollar schweres Ölgeschäft mit Venezuela vereinbart.

Ein Sprecher von Nigerias Präsidenten Umaru Yar'Adua bestätigte gegenüber der Nachrichtenagentur dpa den neuen Vorstoß Chinas und sagte: „Es gibt laufende Verhandlungen, nicht nur mit CNOOC, sondern mit allen Interessengruppen der Branche. Die Regierung hat noch keine endgültige Entscheidung gefällt.“ In Nigeria sind nahezu alle großen westlichen Konzerne aktiv. CNOOC konkurriert also mit Unternehmen wie Total, Shell, Chevron und Exxon-Mobil. Mit Abstand der wichtigste Ölkonzern im Land ist Shell. Aus der Branche hieß es nur, dass der Vorstoß der Chinesen bereits bekannt gewesen sei und der Verkauf der Lizenzen ein völlig normales Vorgehen sei.

Die Chinesen offerieren Nigeria aber offenbar ein Mehrfaches dessen, was die westlichen Ölkonzerne zu zahlen bereit sind. „Es wurde bekannt, dass die Chinesen mehr bieten als die westliche Konzerne“, bestätigt Eugen Weinberg, Rohstoffexperte der Commerzbank. Hinzu kommt, dass die Gespräche der Ölkonzerne mit Nigerias Regierung über die Modernisierung der Ölbranche zuletzt ins Stocken geraten sind.

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