CNOOC soll Energieanbieter Unocal nicht bekomen
Chevron kämpft gegen CNOOC

Der US-Ölkonzern Chevron lässt im Übernahmekampf um den kalifornischen Öl- und Gasproduzenten Unocal jetzt seine politischen Muskeln spielen. Nach einem Bericht des "Wall Street Journal" hat Chevron mehrere Kongressabgeordnete dazu angehalten, Präsident Bush um eine eingehende Prüfung und Blockade des Angebots der chinesischen Gesellschaft CNOOC zu bitten, die eine Kaufofferte von Chevron überboten hat.

HB/tor NEW YORK. Das Repräsentantenhaus wollte gestern außerdem über zwei Resolutionen abstimmen, die das gleiche Ziel verfolgen. Das Ergebnis lag zu Redaktionsschluss noch nicht vor.

Die Strategie von Chevron ist es offenbar, das Angebot von CNOOC mit dem Makel hoher Unsicherheit zu versehen. "Das ist der billigste und schnellste Weg, um zum Erfolg zu kommen", sagte Claire Farley von der Beratungsfirma Randall & Dewey dem "Journal".

Die Offerte des Ölmultis hat dagegen alle regulatorischen Hürden genommen und soll am 10. August den Unocal-Aktionären zur Abstimmung vorgelegt werden. Das Management des umworbenen Energieanbieters verhandelt unterdessen mit CNOOC über deren Angebot. Die Chinesen hatten vergangene Woche 18,5 Mrd. Dollar in bar für Unocal geboten und damit die 16,6 Mrd. Dollar-Offerte von Chevron deutlich übertrumpft.

Chevron verfügt in Washington über exzellente Beziehungen. Die "Financial Times" berichtet außerdem, dass der Ölkonzern eine Reihe jener Parlamentarier mit Spenden unterstützt hat, die jetzt gegen das Angebot von CNOOC Front machen.

Die Chinesen versuchen, der Lobbymaschine von Chevron mit eigenem Politmarketing Paroli zu bieten. So hat CNOOC mehrere PR-Firmen und Anwaltskanzleien angeheuert und CEO Fu Chengyu hat in einem Brief an den Kongress um eine schnelle Überprüfung seiner Offerte geworben.

Die Kritik in Amerika entzündet sich unter anderem an der Finanzierung des CNOOC-Angebots. Die Gesellschaft befindet sich zu 70 Prozent in staatlicher Hand und will den Kaufpreis zum Teil durch subventionierte Darlehen finanzieren.

Beobachter an der Wall Street rechnen jedoch damit, dass Chevron sich nicht allein auf sein Lobbying verlässt, sondern das eigene Angebot kurz vor der Abstimmung noch einmal erhöhen wird. Angesichts der hohen Gewinne aus dem Öl- und Gasgeschäft dürfte der Konzern keine Schwierigkeiten haben, das Angebot von CNOOC zu übertreffen.

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