CNPC will Petro Kazakhstan übernehmen
Chinesen zahlen Milliarden für Ölquellen im Osten

Der staatliche chinesische Ölkonzern CNPC ist sich mit seinem Konkurrenten Petro Kazakhstan handelseinig. Für schätzungsweise 4,18 Milliarden US-Dollar übernehmen die Chinesen das Unternehmen. Beide Seiten hätten eine Vereinbarung über den Kauf geschlossen, berichteten die Beteiligten am Montag.

HB PEKING. China National Petroleum Corporation (CNPC) zahle 55 US-Dollar für jede Aktie des in Kanada gelisteten Unternehmens. Die Aktionäre müssen noch zustimmen. Die Übernahme soll im Oktober abgeschlossen werden. Petro Kazakhstan - ehamals Hurricane Hydrocarbons - gehört nach Marktkapitalisierung zu den 100 größten Ölförderern.

Der chinesische Ölkonzern setzte sich mit seinem Angebot gegen indische Konkurrenz durch. Der größte indische Ölkonzern ONGC hatte gemeinsam mit dem Stahl-Mogul Lakshmi Mittal auf den Zuschlag gehofft. Mittal verfügt über gute Kontakte in Kasachstan, weil er dort groß in die Stahlproduktion eingestiegen ist.

Die umworbene kanadische Firma, die sich auf das ölreiche Kasachstan spezialisiert hat, produziert 150 000 Barrel pro Tag (ein Barrel entspricht 159 Litern) und betreibt eine Raffinerie in dem zentralasiatischen Land. Der Börsenwert des Unternehmens liegt bei 3,3 Mrd. Dollar.

Sowohl chinesische als auch indische Ölkonzerne versuchen derzeit, international zu expandieren, um ihre nach Energie dürstenden Heimatmärkte zu versorgen und die eigenen Öl-Reserven aufzufrischen. Vor allem in den USA stoßen sie dabei aber auf erbitterten politischen Widerstand. So war der staatliche chinesische Ölkonzern CNOOC mit seinem Übernahmeversuch beim US-Ölförderer Unocal letztlich auf Druck aus Washington gescheitert. Nun kommt mit Chevron ein US-Konkurrent zum Zug, obwohl dieser mit 17,3 Milliarden Dollar mehr als eine Milliarde weniger bietet als die Chinesen.

Die Übernahmeambitionen der Chinesen hatten in den USA eine Welle der Entrüstung ausgelöst. Mehrere Kongressabgeordnete wollten einen Unocal-Verkauf an CNOOC gesetzlich verhindern. Ein US-Gremium hatte eine umfassendere Prüfung der Übernahmepläne gefordert, was das Vorhaben um Monate verzögert hätte. CNOOC würde mit Unocal Kontrolle über strategische amerikanische Ölaktivitäten erhalten, hieß es zur Begründung. Die Führung von Unocal hatte sich zudem für eine Übernahme durch Chevron ausgesprochen, nachdem der US-Ölkonzern seine Offerte aufgestockt hatte.

Bei Petro Kazakhstan hat CNPC hingegen gute Karten: Die kanadische Politik hat sich bisher nicht gegen Übernahmen im Energiesektor durch staatliche chinesische Firmen gestemmt. CNPC betreibt zudem mit dem staatlichen kasachischen Ölkonzern KMG eine Pipeline, die bis zur chinesischen Grenze reicht und 2006 fertig sein soll. Das Rohöl aus den Feldern von Petro Kazakhstan würde sich in den chinesischen Raffinerien verarbeiten lassen, die an der neuen Pipeline hängen.

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