CO2-Ausstoß
Eon verspricht klimafreundlichere Stromproduktion

Eon-Chef Wulf Bernotat hat am Rande des Weltklimagipfels in Kopenhagen üppige Versprechungen gemacht: Der Energiekonzern will Strom künftig deutlich klimafreundlicher produzieren. Bis 2020 werde man die Kohlendioxidemissionen je produzierter Kilowattstunde gegenüber 1990 halbieren. Doch zum umweltfreundlichen Konzern wird eon damit noch nicht.
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KOPENHAGEN. Bislang hatte Eon erst für 2030 angepeilt, den CO2-Ausstoß zu halbieren. Allerdings will Bernotat die Umstellung nur dann um zehn Jahre beschleunigen, wenn die Staatschefs sich in Kopenhagen bis zum Wochenende auf ambitionierte Klimaschutzziele verständigen.

Für das Unternehmen würde eine schnellere Senkung der CO2-Emissionen enorme Investitionen in erneuerbare Energien und in die Abscheidung und Speicherung von Kohlendioxid bei der Kohleverstromung bedeuten. Bernotat sagte, sein Unternehmen könne das angestrebte Ziel erreichen, wenn der Anteil der emissionsfreien Erzeugungskapazitäten bis 2020 auf bis zu 40 Prozent erhöht werde. Derzeit beträgt der Anteil der emissionsfreien Stromproduktion bei Eon 28 Prozent: 13 Prozent der Produktion kommen aus erneuerbaren Quellen, 15 Prozent aus Kernkraftwerken. Zum Vergleich: Der Anteil der Erneuerbaren an der gesamten deutschen Stromproduktion liegt bei rund 17 Prozent, der Anteil der Kernkraft bei 23 Prozent.

Längere AKW-Laufzeiten nötig

Das 40-Prozent-Ziel sei nur zu erreichen, wenn die Laufzeiten für die deutschen Kernkraftwerke verlängert würden, sagte Bernotat. Außerdem werde der Konzern die Stromproduktion aus erneuerbaren Quellen massiv ausbauen. Nach seinen Angaben wird die Eon-Tochter Nordic in Kürze bekannt geben, bis 2015 etwa 600 Mio. Euro in Wasserkraftwerke zu investieren. In neue Kohlekraftwerke werde der Konzern nach 2020 nur dann investieren, wenn eine spätere Kohlendioxid-Abtrennung und Speicherung möglich sei, sagte Bernotat. Großangelegte Versuchsanlagen wie im niederländischen Maasvlakte würden bereits vorher zur Reduzierung der Emissionen beitragen.

Da die Speicherung von Kohlendioxid häufig auf Widerstände in der Bevölkerung stößt, blickt Bernotat nach Norwegen: Dort gibt es enorme Kapazitäten unter dem Meeresboden. "Die Offshore-Speicherung wäre die beste Möglichkeit. Es ist allein eine Frage des Preises, ob sich das verwirklichen lässt."

Konkurrent RWE hat derzeit große Probleme bei der Verwirklichung seiner CCS-Pläne. Die geplante Speicherung von Kohlendioxid in Schleswig-Holstein scheitert an massiven politischen Widerständen vor Ort.Bernotat wies Vorwürfe zurück, die großen Stromkonzerne hätten das Thema erneuerbare Energien zu spät entdeckt. Das Unternehmen investiert nach eigenen Angaben bis 2011 acht Mrd. Euro in Erneuerbare. Zu den Schwerpunkten gehört die Windkraft.

Klaus Stratmann berichtet als Korrespondent aus Berlin.
Klaus Stratmann
Handelsblatt / Korrespondent

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