CO2-Ausstoß
Stahlbranche forscht fürs Klima

In Eisenhüttenstadt geht die Stahlindustrie neue Wege. Der Konzern Arcelor-Mittal wird mit Corus und Thyssen-Krupp bis Mitte 2012 für rund 125 Mio. Euro sein Werk modernisieren. Mit innovativen Projekten will die Stahlbranche ihren CO2-Ausstoß reduzieren - doch bis die nicht unumstrittene Technik europaweit zum Einsatz kommt, wird es noch dauern.

KÖLN. Das Unternehmen rüstet einen Hochofen um, bei dem es das entstehende Gichtgas bei der Roheisenerzeugung wieder in die Produktion zurückleitet. Das Gas-Recycling verringert den Koksbedarf und damit den Ausstoß an Kohlendioxid. Die Anlage soll so bis zu 16 Prozent weniger an CO2 emittieren.

Das neue Verfahren kommt in Eisenhüttenstadt erstmals im großtechnischen Maßstab zum Einsatz. Die Vorarbeit hat das Forschungsprojekt "Ultra Low CO2 Steelmaking" (Ulcos) geleistet. Das Konsortium aus 48 europäischen Unternehmen und Organisationen baute die Technik in einen kleinen Versuchsofen im schwedischen Lulea ein. Würden alle deutschen Roheisenproduzenten das Verfahren einsetzen, könnten sie 6,9 Mio. Tonnen CO2 im Jahr einsparen.

Bis die Technik aber europaweit zum Einsatz kommt, wird es noch dauern. Arcelor-Mittal rechnet mit einer flächendeckenden Einführung frühestens 2020. Das Projekt in Eisenhüttenstadt ist nur ein Zwischenschritt. Als nächstes will Arcelor-Mittal einen größeren Hochofen im französischen Florange mit doppelter Produktionskapazität umrüsten. Insgesamt belaufen sich die Investitionen so auf 500 bis 550 Mio. Euro.

Der Unterstützung der Politik kann sich die Branche sicher sein. Das Bundesumweltministerium schießt 30 Mio. Euro zur Modernisierung des Eisenhüttenstädter Stahlwerks zu. Das reiche jedoch nicht aus, sagt Arne Langner, Sprecher von Arcelor-Mittal. "Es sind weitere öffentliche Mittel nötig, damit das Projekt gestartet werden kann."

Die Stahlindustrie nimmt bei ihren Klimaschutz-Bemühungen viel Geld in die Hand. Nach Angaben der Wirtschaftsvereinigung Stahl gehen rund die Hälfte der jährlichen Investitionen der Branche, die 2008 bei 1,9 Mrd. Euro lagen, in den Umweltschutz. Das sind bis zu 25 Euro pro Tonne Stahl. Die Unternehmen in Deutschland haben sich dazu verpflichtet, die CO2-Emissionen je Tonne Rohstahl bis 2012 gegenüber 1990 um 22 Prozent zu verringern.

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