CO2-Einsparung
RWE profiliert sich mit Klimaschutz

Im Kampf gegen dem Klimawandel geht RWE-Chef Jürgen Großmann als gutes Beispiel voran. Der Essener Versorger will in den nächsten Jahren den Ausstoß von Kohlendioxid deutlich reduzieren. Dazu sollen einige veraltete Kraftwerksblöcke abgeschaltet werden. Auf die Energiepreise wird sich das natürlich belastend auswirken.
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HB ESSEN/BERLIN. Der Chef des Energiekonzerns RWE, Jürgen Großmann, will in seiner Amtszeit bis 2012 den Ausstoß der RWE - Kraftwerke von 180 auf 140 Mio. Tonnen Kohlendioxid reduzieren. Dies sagte er in einem Interview mit der "Welt am Sonntag". "Dazu gehört auch, dass wir 16 Kraftwerksblöcke abschalten, die zu unseren ältesten gehören. Wir werden dann mit den erneuerbaren Energien ebenso gut verdienen, wie wir es heute tun."

Zum milliardenschweren Solar-Projekt Desertec sagte Großmann: "Das ist ein faszinierendes Projekt. Aber wir müssen Leitungen von Afrika nach Europa legen. Wir wollen in Zukunft Strom aus der Wüste bekommen, aber das wird nicht reichen." Ein weiteres Problem sei, dass der Strom aus einem solchen Projekt noch sehr teuer sei. "Wenn man Stromkunden fragt: Wärt ihr bereit, mehr für Strom zu bezahlen, wenn er umweltfreundlich ist, oder wollt ihr billigen Strom?, dann antworten die meisten: Wir wollen weniger bezahlen, die Stromquelle ist egal", sagte Großmann.

Bis 2020 soll ein Drittel des Stroms aus erneuerbarer Energie stammen. "Wir werden nur dann auf vollständige Versorgung aus diesen Energien kommen, wenn wir Strom speichern können, denn Wind weht nicht immer, und die Sonne scheint auch nicht immer", sagte Großmann der Zeitung weiter. Wahrscheinlich werde ein Teil des Stroms aus der sogenannten Kernfusionstechnik kommen können. "Wenn das funktioniert, wird es wohl die billigste und beste Art der Stromerzeugung sein. Ich schätze, das wird in 50 bis 80 Jahren der Fall sein", sagte Großmann.

Noch sei Atomkraft nicht zu ersetzen: "Die Kernkraftwerke, die heute schon stehen, sollten auf jeden Fall nicht abgeschaltet werden, solange sie sicher sind." Die Kernenergie sei zur CO2-Minderung unverzichtbar. "Andere Länder haben für baugleiche Anlagen Laufzeiten, die 20 oder 30 Jahre länger sind." Damit verbunden wären steigende Erlöse für die Betreiber: "Wir werden bei einer Verlängerung der Laufzeiten erhebliche Beträge erwirtschaften können, die dann zum Beispiel über Steuern und Abgaben für den Bau von Kindergärten oder Schulen verwendet werden können", sagte Großmann der Zeitung.

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