CO2-Grenzwerte

Oettinger macht den Diener vor Winterkorn

Günther Oettinger schlägt sich auf die Seite der Autoindustrie. Der EU-Energiekommissar freut sich, dass nach 2020 noch keine verbindlichen CO2-Grenzwerte festgelegt wurden – und schreibt einen Brief an den VW-Chef.
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EU-Kommissar Günther Oettinger: Verwässerung der Klimaauflagen? Quelle: dpa

EU-Kommissar Günther Oettinger: Verwässerung der Klimaauflagen?

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MünchenDie EU-Kommission soll der Autoindustrie bei der Verhandlung um den künftigen CO2-Ausstoß ihrer Fahrzeuge erheblich entgegengekommen sein. Das geht laut „Süddeutsche Zeitung“ (Donnerstag) aus einem Brief von Energiekommissar Günther Oettinger an Volkswagen-Chef Martin Winterkorn hervor. Demnach sei es ein Erfolg, dass Brüssel im Juli keine verbindlichen CO2-Grenzwerte für die Zeit nach 2020 festgelegt habe.

Damals hatte EU-Klimakommissarin Connie Hedegaard neue Details vorgeschlagen, wie ein durchschnittlicher CO2-Ausstoß von 95 Gramm pro Kilometer bei Neuwagen bis 2020 zu berechnen sei. Umweltorganisationen hatten einen Grenzwert von 80 Gramm und weitere Vorgaben für das Jahr 2025 gefordert. Fehlende Grenzwerte für die Zeit nach 2020 dürften aber allen europäischen Herstellern gelegen kommen.

Greenpeace wirft der Branche seit langem vor, zu wenig für den Klimaschutz zu tun. „Energiekommissar Oettinger hat dazu beigetragen, die Klimaauflagen zu verwässern“, sagte Greenpeace-Expertin Franziska Achterberg der Zeitung.

Oettingers Brief ist laut dem Blatt eine Antwort auf eine Bitte Winterkorns, darauf zu achten, dass der Wolfsburger Konzern durch ein neues Gesetz nicht schlechter gestellt werde als die Konkurrenz. Demnach stamme Winterkorns Bitte vom 5. Juli und Oettingers Brief vom 12. Juli. Einen Tag zuvor, am 11. Juli, verabschiedete die Kommission ihren Entwurf zur Novellierung zweier Verordnungen zu CO2-Emissionen.

Erst am Mittwoch hatte „Die Welt“ über eine ähnliche Hilfestellung der Kommission für die derzeit von der Absatzkrise gebeutelte Autoindustrie berichtet. Aus einem der Zeitung vorliegenden Strategiepapier von Industriekommissar Antonio Tajani gehe hervor, dass neue Gesetze, die die Autobauer berühren, erst eine „rigorose Prüfung“ bestehen müssten, bevor sie in Kraft treten könnten, hieß es in dem Bericht.

  • dpa
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  • @holger

    Mal ne Frage - Sie sind sicherlich auch für die Abholzung des Regenwalds, oder?

    Man merkt, das die meisten menschen nur Dreidimensional denken. 14 Jahre ist also die Temperatur konstant, richtig? 1. Wo? 2. was sind 14 Jahre für die Erde? Im Vergleich zur Lebenszeit eines Menschen wäre das nicht einmal eine 1000derstel Sekunde Lebenszeit^^

    Ich will damit nicht sagen, das alles was man uns weiss machen will auch stimmt - gott bewahre - aber das die Industrialisierung der letzten 200 Jahre das Klima nachweislich verändert hat, sollte eigentlich doch für jeden sichtbar sein und auch einleuchten. Das Abholzung, Rohstoffabbau und Umwandlung und die ständige Erhöhung des Schadstoffausstosses ect. das Gleichgewicht empfindlich beeinflussen und damit zur Veränderung der Umweltbedingungen/Luftzusammensetzung geführt haben und auch weiterhin führen werden ist unbestreitbar. Die Auswirkungen unserer Verschwendung und exzessiven Ausbeutung der Ressourcen dauern ein bisserl - aber sie werden kommen. Langsam aber Sicher.

    Negieren hilft da genauso wenig wie übertreiben.

  • Clever. Da kann er später sehr gut bezahlte Vorträge zu diesem Thema machen. Da bei Abgeordneten Zusatzverdienste nicht mit der Pension verrechnet werden, ein schönes Zubrot, für diese armen, unterbezahlten, wertvollen Lobbyiisten in unseren Parlamenten und Kabinetts. Wann gibt es einen Volksauftand gegen diese Kaste ?

  • ja der gute alte öl-peak.

    für alle die es noch nicht mitbekommen haben. es gibt unmengen öl und gas in alternativen vorkommen das wir noch einige hundert jahre so weiter verbrauchen könnten wie heute.
    alleine was an gas derzeit ständig neu dazukommt sprengt jede vorstellung.

    die verknappung von öl, gas oder sonstwas ist nur wieder eins von vielen grünen märchen von menschen die von eben diesen märchen leben.

    herr Oettinger hat hier inder tat was sinnvolles getan. alles was den öko-terror behindert findet meine zustimmung.


    co2-grenzwerte haben keinen einfluss auf das klima heute wie in der letzten eiszeit nicht.

    seid 1998 ist die temperatur konstant trotz jährlich steigenden co2 mengen (3% anstieg/jahr)....

  • 4.400.000 Hybridfahrzeuge hat allein Toyota bis heute verkauft. Da der Ölpreis tendenziell weiter steigt, wird diese Zahl ebenfalls weiter steigen. Und dann werden wir sehen, ob der realitätsverweigernde Öttinger dem offensichtlich realitätsblinden Winterkorn tatsächlich einen Gefallen oder viel eher einen Bärendienst erwiesen hat.

  • Überschrift in einer anderen Wirtschaftszeitung:
    "Oettinger befolgt Auftrag von Volkswagen"
    Treffender gehts kaum.

  • Selbst das dümmste Kind kann als Lobbyist gut verdienen. Und dazu braucht man nicht mal Englisch zu können!

  • So nun werden sich die Détschen Autobauer zurücklehnen, weiter satte Gewinne einstecken statt zu investieren.
    Bald aber werden sie feststellen, daß Öl knapp wird, und sich die Konkurrenz bereits darauf eingestellt hat.
    Stichwort Toyota Hybrid!

  • Ja, ja, der Klimawandel. Eine urzeitliche Eigenheit unseres Planeten. Mitsamt seiner Variation des Kohlendioxids. Herauf und herunter.
    Und dies seit Jahrmillionen.
    Aber der einzige Ort auf der Erde, wo sich diese CO2-Lüge und dem unsinnigen Zertifikatehandel noch hält ist Brüssel.
    Jedoch: Die Alchemie bewies:
    Aus Quark läßt sich kein Gold generieren.
    Alldieweil schlüge sich Herr O. flugs auf die Seite von EADS, diese baue ihm eine Rakete und schieße ihn auf den Mond.

  • Hat irgendweg von Herrn Öttinger, seit eh und je bekannt als Klientel-Politiker, etwas anderes erwartet?

  • Die richtige Sprache für Brüssel ist nicht "Deutsch" sondern "Geld"

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