CO2-Rechte
Chemiekonzern rechnet mit teurem Klimaschutz

Der Konzern BASF erwartet als Folge des Emissionshandels 100 Millionen Euro zusätzliche Belastungen pro Jahr. Dabei werden der Chemiebranche Erleichterungen bei den CO2-Zertifikaten zugestanden.
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BerlinDer weltgrößte Chemiekonzern BASF rechnet wegen der benötigten Kohlendioxid(C02)-Verschmutzungsrechte in den nächsten Jahren mit Belastungen von mehreren hundert Millionen Euro. „Wir rechnen für die nächste Handelsperiode bis 2020 mit jährlich rund 100 Millionen Euro Kosten“, sagte BASF-Vorstand Harald Schwager am Mittwoch in Berlin. Die neue Handelsperiode im EU-Emissionshandel beginnt 2013. Sie enthält weiter verschärfte Auflagen für den Klimaschutz. Die BASF treffe dies, obwohl die Chemie als energieintensiv anerkannt sei, sagte Schwager weiter. Diese Branchen erhalten im Rahmen des Emissionshandels Erleichterungen.

So wird hier der Großteil der benötigten Rechte gratis zugeteilt, während etwa Energieversorger ihre CO2-Zertifikate ab 2013 komplett kaufen müssen. Auch daher wird mit einem Preisauftrieb gerechnet: „In den nächsten Jahren erwarten wir einen Anstieg der Zertifikatepreise auf rund 30 Euro pro Tonne CO2“, sagte Schwager. Derzeit kosten sie am Markt gut 13 Euro. Die Bundesregierung kalkuliert für die nächsten Jahre mit 17 Euro.

Der Emissionshandel ist das zentrale Instrument der EU im Kampf gegen den Klimawandel. Den Unternehmen wird eine bestimmte Anzahl von Rechten zugestanden und derzeit noch größtenteils gratis zugeteilt. Fehlende Rechte müssen die Betriebe über die Börse zukaufen, modernisierte oder besonders sparsame Unternehmen könne überschüssige Zertifikate verkaufen. Der Preis für die Zertifikate spiegelt sich auch in den Stromtarifen wider, da etwa Kohlekraftwerke besonders viele Rechte benötigen.

Große Stromverbraucher sind daher so indirekt vom Emissionshandel betroffen, selbst wenn sie selbst auf keine Zertifikate angewiesen wären. BASF produziert allerdings die Masse des Stroms in Deutschland in eigenen Anlagen. „Die BASF benötigt allein in Ludwigshafen eine Strommenge, die rund ein Prozent des deutschen Strombedarfs entspricht“, sagte Schwager.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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