Coke-Anwälte verteidigen die Buchungen als gängige Praxis: Ex-Manager belasten Coca-Cola

Coke-Anwälte verteidigen die Buchungen als gängige Praxis
Ex-Manager belasten Coca-Cola

Der Coca-Cola-Konzern hat nach Angaben dreier früherer Finanzmanager seine Geschäftsergebnisse der letzten Jahre manipuliert, indem Getränkekonzentrat an japanische Abfüller geliefert wurde, das nie bestellt worden war. Hierüber informierten die drei Manager nach Informationen aus Ermittlungskreisen die US-Behörden.

sia ATLANTA. Die Staatsanwaltschaft in Atlanta im US-Bundesstaat Georgia, dem Firmensitz des Konzerns, untersucht parallel zum FBI und der Börsenaufsicht SEC die Coca-Cola-Bücher, seit ein ehemaliger Wirtschaftsprüfer dem Konzern im vergangenen Sommer Bilanzmanipulation vorgeworfen hatte. Im Rahmen dieser Ermittlungen wurden amtierende und frühere Manager über Umsätze und Buchungspraktiken besonders im Japan-Geschäft untersucht. Konkret geht es um ein Lagerhaus in Japan, in dem womöglich Getränkekonzentrat gelagert wurde, das laut Bilanz bereits verkauft war, aber nicht an die Abfüller ausgeliefert wurde. Das Japan-Geschäft des Konzerns ist hoch profitabel und trägt rund 1 Mrd. $ oder 20 % zum Betriebsgewinn bei.

Der Verdacht, dass Coke hier die Bilanz manipuliert habe, schwelt seit dem Jahr 2000. Damals erhoben Aktionäre eine Gruppenklage und warfen dem Konzern vor, überschüssiges Getränkekonzentrat im Wert von 600 Mill. $ an Abfüller geliefert und diese Lieferung als Verkäufe verbucht zu haben, um das Quartalsergebnis zu verbessern. Der Verdacht war aufgekommen, als Coca Cola im Januar 2000 bekannt gab, dass die Abfüller in Japan und anderswo ihre Lagerbestände reduzierten und Analysten nachrechneten, wie Verkäufe und Lagerbestände zusammenpassen.

Die Coke-Anwälte verteidigen die Buchungen als gängige Praxis. Doch ist diese Praxis bei Wirtschaftsprüfern als illegales Füllen der Absatz-Pipeline – „channel stuffing“ – nicht akzeptiert. Wenigstens ein Mitarbeiter der Wirtschaftsprüfung Ernst & Young soll nach Informationen aus Ermittlungskreisen schon Ende der 90er Jahre Bedenken über die Korrektheit der Absätze in Japan geäußert haben.

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