Comeback bei Chrysler?
Bernhard ist zurück

In der jüngsten Vergangenheit war es still geworden um Wolfgang Bernhard, den zweifach glücklosen Automanager. Sowohl bei Volkswagen, als auch bei Daimler war er bei der Postenverteilung übergangen worden. Nun heuert er offenbar beim Finanzinvestor Cerberus an. Der will Chrysler kaufen. Und dort kennt sich Bernhard bestens aus.

HB/ebe/mwb FRANKFURT. Bernhard habe kürzlich einen Beratervertrag bei Cerberus unterschrieben, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person am Mittwoch gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Auch die „Financial Times“ berichtet in ihrer Mittwochsausgabe über die Personalie. Cerberus wollte das nicht kommentieren.

Gemeinsam mit dem jetzigen Konzernchef Dieter Zetsche hatte Bernhard den US-Autobauer vor Jahren saniert: Zetsche als Chrysler-Chef, Bernhard als Verantwortlicher für die Produktion. Bernhard beendete seine Karriere im Daimler-Chrysler-Konzern jedoch, nachdem er 2004 den Sprung an die Spitze von Mercedes verfehlte. Er wechselte zu Volkswagen, wo er die Kernmarke VW führte – und sanierte. Er galt schon bald als heißer Nachfolgekandidat für den damaligen VW-Konzernchef Bernd Pischetsrieder. Als dieser gehen musste, bekam aber Audi-Chef Martin Winterkorn den Posten. Der übergangene Bernhard zog die Konsequenzen und dankte wie schon bei Daimler-Chrysler ab.

Investoren buhlen um Chrysler

Nun könnte der 46-jährige Bernhard eine zweite Chance bei Chrysler bekommen. Denn die Wahrscheinlichkeit steigt, dass der jetzt wieder defizitäre US-Autobauer bald in den Armen von Finanzinvestoren landet. Mehrere Private-Equity-Firmen hätten in der Vorwoche Gespräche mit dem Chrysler-Management geführt und dabei Vertraulichkeitserklärungen unterzeichnet, heißt es in Unternehmenskreisen. Mit ersten Geboten werde bis Ende März gerechnet, berichtete zudem das „Wall Street Journal“ am Dienstag unter Berufung auf informierte Kreise. Die Stuttgarter Konzernzentrale von Daimler-Chrysler wollte keine Angaben machen, weder zu Interessenten noch zum Zeitplan.

Zu den Interessenten gehören neben Cerberus Capital Management ein von Blackstone und Centerbridge Partners angeführtes Konsortium. Die Finanzinvestoren erhalten nun erstmals detaillierte Einblicke in die Finanzen und die Produktplanung von Chrysler. Auch der kanadische Autozulieferer Magna könnte sich nach Einschätzung von Analysten Finanzinvestoren ins Boot holen, um einen möglichen Kauf von Chrysler zu stemmen. Branchenkreisen zufolge hat Magna bereits Gespräche mit Autogewerkschaften aus den USA und Kanada geführt und seine Ambitionen kundgetan. Magna-Gründer Frank Stronach hatte vergangene Woche einer kanadischen Zeitung bestätigt, es werde ein Treffen geben. Es sei aber noch zu früh, um zu sagen, ob Magna für Chryslerbieten werde. Der Zulieferer gilt seit längerem als Kandidat. Magna macht etwa ein Viertel seines Umsatzes mit Daimler-Chrysler, etwa die Hälfte wiederum davon mit Chrysler.

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