Comeback des Filterkaffees
Kaffee-Preiskampf hat Melitta belastet

Die Preise für ein Pfund Kaffee werden nach Brancheneinschätzung für den Rest des Jahres wahrscheinlich stabil bleiben. Melitta-Chef Stephan Bentz sagte am Mittwoch in Minden, dass sich das Preisniveau für den Endverbraucher nach zwei Erhöhungen nunmehr voraussichtlich eingependelt habe.

HB MINDEN. Melitta ist Deutschlands drittgrößter Kaffeeröster. Die Branche hatte beim Einzelhandel die Erhöhung durchgesetzt, nachdem sich in der zweiten Jahreshälfte 2004 die Rohkaffeepreise mehr als verdoppelt hatten. Eine nächste Runde sei in diesem Jahr nach Lage der Dinge nicht mehr zu rechtfertigen.

Nach mehreren Jahren Modetrend zu Espresso und Latte Macchiato sieht der Haushaltswaren-Hersteller erste Anzeichen für ein Comeback des Filterkaffees in Deutschland. „Aus der Gastronomie hören wir, dass das Ansehen des Filterkaffees bei den Gästen wieder steigt“, sagte Bentz als persönlich haftender Gesellschafter der Gruppe. Von einer nachhaltigen Wende bei dem Kaufverhalten der Verbraucher sei noch nicht zu sprechen. „Trends entstehen aber immer zuerst in der Gastronomie.“ Die unübersichtliche Zersplitterung in immer neue Getränke könne den Retro-Effekt fördern. 2004 war das Filtertüten- Geschäft der Gruppe unter Druck geraten.

Deutlichere Auswirkungen hatte jedoch der Handel mit Kaffee, der 38 Prozent des Gruppenumsatzes ausmacht, sagte Bentz: Der Preiskampf um die Ware im deutschen Einzelhandel habe 2004 das Melitta-Wachstum ausgebremst. Der Gruppenerlös stagnierte das zweite Jahr in Folge bei 1,1 Milliarden Euro. „Die Ergebnisse lagen sogar unter Vorjahres- Niveau, und damit war das Geschäftsjahr 2004 insgesamt für die Unternehmensgruppe nicht zufrieden stellend.“ Alle Gesellschaften haben aber Gewinn gemacht, betonte Bentz. „An mancher Stelle war er eben nur ein bisschen klein.“

Konkrete Angaben zum Ergebnis macht das Familienunternehmen traditionell nicht. Seit Jahresbeginn sei die Wende vollzogen: 6 Prozent Umsatzplus werden im Gesamtjahr erwartet. Auch der Produktlinie Staubsaugerbeutel drohe durch die wachsende Verbreitung von beutellosen Saugern demnächst Druck vom Markt, sagte Bentz. „In Deutschland war 2004 bereits ein Drittel aller verkauften Geräte ohne Beutel.“ Als Reaktion wolle die Gruppe Kunden mit Innovationen überzeugen. Der Umsatzanteil von Produkten, die neu auf dem Markt sind, soll von aktuell 7 auf mehr als 10 Prozent steigen. „Alle Unternehmensbereiche haben den Schuss gehört.“

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