Comeback
Peugeot Citroen setzt den Rotstift an

Der französische Automobilkonzern Peugeot Citroen hat ein verschärfttes Sparprogramm gestartet. In den kommenden Jahren sollen etliche Stellen wegfallen, damit das Unternehmen wieder profitabel wird. Helfen soll dabei auch ein Billigauto.

HB PARIS. Der französische Autokonzern PSA Peugeot Citroen will im Zuge ehrgeiziger Sparziele zum Jahresende in Europa bis zu 8 000 Stellen abbauen. Bis 2010 peilt die Nummer zwei in Europa hinter Volkswagen eine Verdopplung der Gewinnmargen an, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Dabei setzt der neue Boss und Ex-Airbus-Chef Christian Streiff auch auf ein Billigauto und hofft, an den Erfolg des Logan-Modells von Renault anzuknüpfen.

Die Mitarbeiterzahl werde sich bis Jahresende um 7000 bis 8000 verringern, sagte Streiff. Das Unternehmen wolle hierfür frei werdende Stellen nicht wieder besetzen. Zudem könnten Mitarbeiter freiwillig die Firma verlassen. PSA hatte bereits für Frankreich Sparmaßnahmen beim Personal angekündigt, im Zuge derer in diesem Jahr 4800 von 122 000 Jobs wegfallen sollen. Seit 2006 gilt ein Einstellungstopp.

„Wir organisieren das kraftvolle Comeback von Peugeot und beschleunigen die Wiederbelebung von Citroen“, sagte Streiff. Bis zum Ende des Jahrzehnts will der Konzern nun weltweit mehr als vier Millionen Autos jährlich verkaufen nach 3,36 Millionen im vergangenen Jahr. 2006 war PSA damit auf Rang acht der Autohersteller. In Europa soll der Großteil des Wachstums in den nächsten gut zwei Jahren aus dem Osten kommen. Ziel sei es, Marktanteile zurückzugewinnen und dabei profitabel zu sein.

Die operative Gewinnmarge soll bis 2010 den Angaben nach auf 5,5 bis sechs Prozent klettern und danach auf sechs bis sieben. Im vergangenen Jahr betrug sie 2,4 Prozent, im ersten Halbjahr 2007 stieg sie auf 2,7 Prozent. Die Prognosen entsprechen in etwa den Markterwartungen. Der heimische Konkurrent Renault hat sich selbst eine Gewinnmarge von sechs Prozent bis 2009 zum Ziel gesetzt.

Die PSA-Aktie reagierte auf die Nachrichten am Dienstag mit einem Abschlag von 1,6 Prozent. Analysten verwiesen darauf, dass die Pläne des Konzerns wenig überzeugend seien und der Autobauer ein Glaubwürdigkeitsproblem habe. Die Zahlen zum angestrebten Absatz und der Gewinnmarge bis 2010 seien zwar weitgehend erwartet worden, betonte ein in London ansässiger Branchenkenner. Unverständlich bleibe aber zum Beispiel, warum die Marge in den kommenden drei Jahren so stark, danach aber nur noch so wenig steigen solle.

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