Commerzbank bestätigt Bereitschaft
Banken prüfen EADS-Engagement

Die deutsche Kreditwirtschaft kann sich eine aktive Rolle bei der Neuordnung des deutsch-französischen Raumfahrtkonzerns EADS vorstellen. „Wir hätten uns zwar eine industrielle Lösung gewünscht. Wir würden uns aber auch anderen Lösungen nicht verschließen, wenn sie betriebswirtschaftlich sinnvoll sind“, sagte am Sonntag ein Sprecher der Commerzbank auf Anfrage.

FRANKFURT. Damit hat erstmals eine Großbank offiziell bestätigt, dass sie sich in die Neugestaltung der Beteiligungen bei EADS einbringen will. Bisher hatte es Spekulationen gegeben, die Deutsche Bank, die Commerzbank und die US-Investmentbank Goldman Sachs hätten der Bundesregierung zugesagt, sie bei der Wahrung des deutschen Einflusses auf EADS zu unterstützen.

Auslöser für die Bemühungen ist die Ankündigung von Daimler-Chrysler, ihr Aktienpaket an EADS von 22,5 Prozent auf 15 Prozent zu reduzieren. Wie es gestern in Bankenkreisen hieß, könnten sich auch die KfW und die Landesbanken – darunter die WestLB und die LBBW – an der indirekten Wahrung der deutschen Interessen beteiligen, etwa über eine Wandelanleihe. Das Magazin „Wirtschaftswoche“ hatte berichtet, eine Wandelanleihe durch eine Daimler-Chrysler-Tochter könnte von privaten und öffentlichen Investoren gezeichnet werden, wobei die Stimmrechte während der Laufzeit des Papiers weiter bei Daimler-Chrysler blieben. An die Eigentümer fließe somit Geld, ohne das Gleichgewicht zwischen französischen und deutschen Anteilseignern zu ändern.

In Frankfurter Bankenkreisen hieß es am Sonntag, man prüfe in der Berliner Regierung neben der Wandelanleihe noch andere Modelle, bei denen EADS-Anteile bei den Banken geparkt und dann am Kapitalmarkt platziert werden könnten. Indirekte Lösungen unter Beteiligung der staatlichen KfW seien ordnungspolitisch unbedenklich. Man wolle die Anteile auf keinen Fall in die eigene Bilanz nehmen.

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