Computer-Riese
Hewlett-Packard legt sich jetzt mit Cisco an

Der weltgrößte PC-Hersteller Hewlett-Packard (HP) will den amerikanischen Computer-Netzwerkausrüster 3Com schlucken. Der 2,7 Mrd. Dollar schwere Kauf ist ein Angriff auf den US-Konzern Cisco, den klaren Branchenprimus im Netzwerk-Geschäft.
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NEW YORK/MÜNCHEN. Mit Hewlett-Packard nimmt erneut ein großer IT-Konzern Milliarden in die Hand, um seine Geschäftspalette zu erweitern und ein möglichst breites Spektrum aus einer Hand anzubieten. Der größte PC-Hersteller der Welt übernimmt für knapp drei Mrd. Dollar den Netzwerkspezialisten 3Com.

Hewlett-Packard (HP) steigt damit mit einem Schlag zum weltweit zweitgrößten Anbieter von Routern und Switches auf, Geräten also, die für den Datenverkehr übers Internet benötigt werden. Damit dringt das Unternehmen aus dem Silicon Valley in die Domäne von Cisco ein, dem Marktführer auf diesem Gebiet. Es ist kein Zufall, dass HP gerade jetzt angreift: Im Frühjahr ist Cisco seinerseits ins Servergeschäft eingestiegen, einem der traditionell wichtigsten Standbeine von HP.

HP stärkt Position in China

Der Konzern habe sich den Markt der Netzwerkausrüster sehr genau angeschaut, sagte HP-Manager Dave Donatelli. Die Wahl sei unter anderem deshalb auf 3Com gefallen, weil das Unternehmen sehr stark in China positioniert sei. „Rund die Hälfte von 3Coms Umsatz kommt aus China. Das ist ein wichtiger Wachstumsmarkt, auf dem HP bislang nicht so gut aufgestellt war“, lobte Severine Real vom Marktforscher Gartner.

Der Deal reiht sich ein in eine ganze Serie von Zukäufen in der IT-Industrie. „In den nächsten zwölf Monaten werden wir angreifen, wie wir es noch nie getan haben“, sagte Cisco-Chef John Chambers, als er Anfang Oktober den Kauf von Tandberg verkündete. Cisco will den Hersteller von Videokonferenzsystemen für gut zwei Mrd. Euro kaufen, um sein eigenes Geschäft auf diesem stark wachsenden Gebiet auszubauen. Am Mittwoch konterte Logitech, ein Hersteller von Computer-Zubehör: Das Unternehmen aus Kalifornien übernimmt für 405 Mio. Dollar mit Lifesize Communications einen weiteren Spezialisten auf diesem Feld.

Der Datenbank-Anbieter Oracle hatte bereits im Frühjahr angekündigt, für 7,4 Mrd. Dollar den Software- und Server-Spezialisten Sun Microsystems kaufen zu wollen, allerdings stellt sich bislang die Europäische Kommission quer. Die beiden Hardware-Hersteller Xerox und Dell übernahmen jeweils IT-Dienstleister. IBM zahlt 1,2 Mrd. Dollar für SPSS, einen Anbieter von Analyse-Software.

„Neben Innovationskraft ist Größe ein entscheidendes Element in der IT geworden“, sagt Rüdiger Spies vom amerikanischen Marktforscher IDC. Hinzu kommt: Der Trend geht immer mehr dahin, alles aus einer Hand anzubieten. Oracle etwa ist mit Software groß geworden. Durch den Kauf von Sun versucht der Konzern nun, auch Netzwerkrechner in sein Portfolio zu integrieren und gemeinsam mit Software zu vermarkten.

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