Computerbranche
PC-Fertigung in Deutschland droht das Aus

Der Technologiekonzern Siemens verkauft seine Anteile am Gemeinschaftsunternehmens Fujitsu Siemens Computers (FSC) für rund 450 Millionen Euro. Die Münchener wollen sich aufs Kerngeschäft konzentrieren. Spannend ist nun vor allem die Frage, wie viele Arbeitsplätze in Gefahr sind oder ob der PC-Produktion in Deutschland sogar das Ende droht.

TOKIO/MÜNCHEN. Der japanische IT-Spezialist Fujitsu übernimmt sein Gemeinschaftsunternehmen mit Siemens komplett. „Nach zehn Jahren sehr guter Zusammenarbeit lösen wir Fujitsu-Siemens plangemäß auf und integrieren das Unternehmen vollständig in die Gruppe“, sagte Firmenchef Kuniaki Nozoe gestern in Tokio.

Fujitsu Siemens Computers (FSC) mit Sitz in den Niederlanden bietet Computer und Dienstleistungen für Privat- und Firmenanwender an. Das sind auch die Geschäftsbereiche der neuen Muttergesellschaft. Fujitsu will sich jedoch künftig mehr auf Firmenkunden konzentrieren und wird FSC daher zum Kompetenzzentrum für die Entwicklung von Servern ausbauen.

Wie die bisher betriebene PC-Fertigung auf deutschem Boden dazu noch passen soll, ist unklar. Obwohl Fujitsu offiziell niemanden entlassen will, ist hinter den Kulissen bereits von der Streichung von 500 Arbeitsplätzen in Deutschland die Rede. Siemens will sich auf andere Sparten konzentrieren und gibt das Computergeschäft auf.

Fujitsu zahlt Siemens für die verbleibenden Anteile rund 450 Mio. Euro in Bar, was angesichts des FSC-Umsatzes von über sechs Mrd. Euro als extrem niedrig gilt. „Es handelt sich um den Preis, auf den wir uns mit Siemens geeinigt haben, und es ist für beide Seiten ein angemessener Preis“, sagte Nozoe. Fujitsu will das ehemalige Gemeinschaftsunternehmen zu einem Baustein der derzeitigen Gesamtstrategie machen.

Dazu gehören Internationalisierung sowie bessere Verschränkung von Hardwareverkauf und Dienstleistungen. Fujitsu ist das Firmenkundengeschäft derzeit deutlich wichtiger als der Absatz von Computern an Heimanwender. Die Idee ist, als Anbieter von Dienstleistungen aufzutreten, der auch die Hardware bereitstellt. Der PC-Markt macht nur noch ein Fünftel des Umsatzes aus.

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