Computerkriminalität: Deutsche Firmen unterschätzen die Gefahr

Computerkriminalität
Deutsche Firmen unterschätzen die Gefahr

Noch immer sind sich zu viele Unternehmen der Gefahr durch Computerkriminalität nicht bewusst. Während die Zahl der „e-Crimes“ stetig zunimmt, nehmen immer noch viele Firmen an, sie selbst stellten gar kein Ziel da.
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BerlinImmer mehr Firmen in Deutschland sind von Computerkriminalität betroffen. Der Anteil dieser Unternehmen sei in den vergangenen zwei Jahren deutlich auf 40 von 26 Prozent gestiegen, wie aus einer am Dienstag veröffentlichten Emnid-Studie im Auftrag der Beratungsgesellschaft KPMG hervorgeht.

Viele Betriebe verdrängten aber noch immer die Gefahren. So sehen zwar fast neun von zehn Firmen allgemein ein hohes Risiko für deutsche Unternehmen, Opfer von sogenanntem „e-Crime“ zu werden. „Doch nicht einmal die Hälfte schätzt die eigene Gefährdungslage als hoch ein“, heißt es.

Das häufigste Ziel von Angriffen sind bargeldlose Zahlungssysteme - vor allem bei Finanzdienstleistern und Handelsunternehmen. Auch Attacken auf Computerprogramme, leistungsstarke Rechner („Workstations“), Mail- und Webserver wurden von mindestens jedem fünften der gut 500 befragten Firmen gemeldet. „Es gibt nicht das typische 'e-Crime'-Delikt“, sagte KPMG-Kriminalistik-Experte Alexander Geschonneck. „Unternehmen müssen sich deshalb buchstäblich gegen alle möglichen Risiken wappnen.“

Als häufigste Angreifer vermuten zwei Drittel der Befragten organisierte Kriminelle. Jedes zweite Unternehmen sieht sich durch ehemalige Mitarbeiter oder Insider bedroht. „Verstärkt werden inzwischen auch in- und ausländische Geheimdienste als potenzielle Gefahrenquelle genannt (33 und 41 Prozent)“.

Rund 90 Prozent der Befragten beobachten laut Umfrage, dass die Vorfälle immer komplexer werden, was eine Verfolgung der Täter immer schwieriger mache. Zudem sei es schwierig, gutes IT-Personal zu bekommen, sagte Geschonneck. „Der Markt für Fachkräfte, die sich im Bereich 'e-Crime' gut auskennen, ist äußerst angespannt.“

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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