Condor erneuert Flotte
Milliardenauftrag für Airbus

Airbus hat einen milliardenschweren Auftrag von Reiseveranstalter Thomas Cook praktisch in der Tasche. Der Konzern will seine 71 Kurz- und Mittelstreckenmaschinen durch neue Flugzeuge aus der Airbus A320-Familie ersetzen. Die Cook-Tochter Condor tauscht allein 25 Maschinen gegen 30 neue Jets aus dem A320-Programm aus.
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HB FRANKFURT/HAMBURG. Airbus kündigte zugleich in Toulouse an, dass der Kassenschlager A320 umgerüstet wird - auf treibstoffsparende Triebwerke und Flügel mit abgeknickten Enden. Die Modernisierung wird Airbus gut eine Milliarde Euro kosten. Der größte europäische Flugzeughersteller stellt sich ebenso wie sein Rivale Boeing auf die steigende Nachfrage nach spritsparenden Flugzeugen ein. Zudem müssen sich die beiden Marktführer gegen wachsende Konkurrenz aus Kanada, Brasilien, China, Russland und Japan wappnen.

Airbus sieht für seine Maschinen der A320-Familie der neuen Version die Auslieferung von 2016 an vor. Auch Thomas Cook setzt auf neue Maschinen, weil sie spritsparender sind, auch wenn es sich teilweise um denselben Grundtyp handelt wie bisher. Sie sollen schon von 2012 bis 2017 in den Dienst gestellt werden. Zudem können durch einheitliche Wartungen bei gleich alten Maschinen Kosten gespart werden. Daneben erleichtert eine einheitliche Flotte die Steuerung der Betriebsabläufe, wenn Maschinen zeitweise in anderen Regionen eingesetzt werden.

Laut Condor haben die neuen Airbus-Flugzeuge für den Ferienflieger einen Listenpreis von jeweils fast 100 Millionen Dollar, das gesamte Modernisierungsprogramm hat also ein Volumen von mehreren Milliarden Dollar. Die für Condor vorgesehenen Jets summieren sich auf ein Orderpaket von umgerechnet rund zwei Milliarden Euro laut Liste. Allerdings habe man einen substanziellen Preisnachlass von Airbus erhalten, teilte Thomas Cook mit.

Der Konzern setzt dabei auf Effizienzsteigerung durch eine einheitliche Serie von Flugzeugen. Bislang fliegt Condor auf der Kurz- und Mittelstrecke sowohl mit Boeing als auch mit Airbus- Flugzeugen. Thomas Cook will auch bei den anderen Konzerntöchtern auf eine einheitliche Airbus-Flotte für die kurze Mittelstrecke wechseln. Der Konzern setzt dabei stark auf Leasingkonstruktionen, bei denen gekaufte Maschinen sofort an dritte weiterverkauft und zurückgemietet werden.

Der Druck auf Airbus und Boeing, ihre Flotte auf Spritsparer umzustellen, wächst vor allem durch die neue Konkurrenz des chinesischen Herstellers Comac, der einen Konkurrenzjet mit einem Spar-Triebwerk herausbringt. „Die A320neo wird 15 Prozent weniger Treibstoff verbrauchen“, berichtete Airbus am Mittwoch in Toulouse.

Die A320-Familie mit den Typen A318, A319, A320 und A321, die zum wesentlichen Teil auch in Hamburg gefertigt wird, ist für Airbus das Brot-und-Butter-Geschäft. 4400 Exemplare sind bereits gebaut, gut 6 700 bestellt. Von der Neuauflage A320neo erwartet Verkaufschef John Leahy mindestens weitere 4000 Bestellungen.

Bei dem neuen Antrieb setzt Airbus auf zwei Modelle, PurePower PW 1100G von Pratt & Whitney/MTU sowie LEAP-X-Motor von CFM International, einem Gemeinschaftsunternehmen des französischen Triebwerkbauers Snecma und dem US-Konzern General Electric. Die neuen Triebwerke sollen für die ganze A320-Familie außer dem A318 erhältlich sein. Die Sharklets, die den Treibstoffverbrauch um mindestens 3,5 Prozent senken sollen, will Airbus den A320-Fliegern schrittweise schon ab Ende 2012 verpassen.

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