Der Ex-Vorstandschef des Hamburger Solarenergie-Konzerns, Hans-Martin Rüter, hatte noch vergangene Woche die Zukunftsaussichten für das börsennotierte Unternehmen als weiterhin sehr positiv beurteilt. Der neue Investor Otto Happel sei "ein Geschenk für Conergy“. Happel sehe die langfristigen Chancen für das Unternehmen, sagte Rüter der "Welt“. Um wieder zu den alten Kursen zu kommen, müsse man darüber hinaus auch das Vertrauen der privaten und institutionellen Anleger wieder gewinnen.
Der Conergy -Gründer war Mitte November von seinem Amt zurückgetreten. Kurz zuvor war bekannt geworden, dass Conergy in finanziellen Schwierigkeiten steckt und einen dreistelligen Millionenbetrag an Liquidität benötigt. Den Vorstandsvorsitz übernahm für eine Übergangszeit der ehemalige Tchibo-Chef Dieter Ammer, ein Onkel Rüters. Als neuer starker Mann gilt der Investor Otto Happel, der derzeit 5,08 Prozent der Anteile hält und eine Option auf den Kauf weiterer 20,89 Prozent besitzt.
Rüter räumte gegenüber der "Welt“ ein, in der Zeit des stürmischen Wachstums seiner Solarfirma Fehler gemacht zu haben: "Man muss lernen, radikal zu delegieren, um sich selbst Freiräume zu schaffen. Vielleicht habe ich zu wenig delegiert und Baustellen wie im Finanzbereich zu lange unterschätzt. So sind wir in ein Gewitter gekommen, ohne einen Regenschirm dabei zu haben.“
Auch der französische Investor Jean-Francois Descaves hatte Ende November seinen Anteil an Conergy aufgestockt und damit der Aktie des angeschlagenen Hamburger Solaranlagenherstellers Auftrieb verliehen. Descaves Financiere de Champlain halte nun 3,26 Prozent, teilte Conergy am 29. November mit. "Wir sind überzeugt, dass Conergy mittelfristig wieder zurück auf die Erfolgsspur kommen wird, und haben deshalb diese günstige Gelegenheit genutzt, um uns langfristig zu engagieren“, sagte Descaves. Er sei seit dem Börsengang der Hamburger mit einem kleineren Anteil beteiligt gewesen.

