Der vorläufige Höhepunkt der Krise: Am Mittwoch schickte der am Dienstagabend angekündigte Verlust für 2007 von 194 Mill. Euro und die überraschende Kapitalerhöhung die Aktie von Conergy
auf eine noch tiefere Talfahrt. Mit einem Minus von zeitweise 29 Prozent war das Papier klarer Verlierer im TecDax. Es notierte am Abend bei knapp 13 Euro, Anfang Oktober hatte der Kurs noch bei 68 Euro gelegen.
Um die Liquiditätskrise zu bewältigen, bekommt Conergy
eine Finanzspritze über 240 Mill. Euro von einem Bankenkonsortium unter Führung der Commerzbank.
Damit sollen die Vormaterialien bezahlt, das neue Werk in Frankfurt/Oder in Betrieb genommen und der Abbau von 500 Stellen finanziert werden. Außerdem benötigt Conergy
anders als bisher behauptet doch eine Kapitalerhöhung - 250 Mill. Euro muss das Unternehmen einsammeln. Conergy
will damit aber auf ein freundlicheres Börsenumfeld warten.
An der Kapitalerhöhung wird sich Großaktionär Otto Happel mit 25 Prozent beteiligen. Happel war im November 2007 bei Conergy
eingestiegen. "Ich zeichne die Jungaktien auf jeden Fall und halte damit meinen Anteil von fünf Prozent konstant", sagte er dem Handelsblatt. Happel besitzt eine Option, von den Altaktionären Anteile bis zu einer Höhe von 25,1 Prozent deutlich unter Marktpreis zu erwerben. Er strebt weder eine Mehrheit noch einen Sitz im Aufsichtsrat an. "Dafür ist der Zeitaufwand zu groß", sagte der Investor.
Happel lobte die Arbeit des neuen Vorstandschefs Dieter Ammer, der bisher einen super Job gemacht habe. Der frühere Chef der Brauerei Beck's und von Tchibo war im Oktober vom Aufsichtsratsvorsitz auf den Chefsessel gewechselt, nachdem Rüter abgesetzt worden war. "Für 2009 erwarten wir wieder ein sehr positives Ergebnis", sagte Ammer.

