Conoco-Phillips an Übernahme des Pakets interessiert
Russland will Ölkonzern Lukoil vollständig privatisieren

Die russische Regierung will bis Ende September ihre Beteiligung am führenden Ölkonzern Lukoil vollständig abbauen. Allerdings muss sie erhebliche Zugeständnisse beim Preis für den Anteil in Höhe von 7,59 Prozent machen. Grund dafür ist, dass Investoren in Russland wegen der Krise des Ölkonzerns Yukos allgemein sehr zurückhaltend sind.

mbr MOSKAU. Russland legte gestern den Startpreis für den Auktionsverkauf des Pakets auf 36,76 Mrd. Rubel (1,05 Mrd. Euro) fest. Der Wert liegt damit um 28 Prozent unterm Börsenwert der Anteile. „Das ist ein extrem niedriger Preis“, kommentierte Tim McCarthy, Fondsmanager der Moskauer Investmentbank Troika Dialog. „Wir hatten mit 1,5 bis zwei Mrd. Dollar gerechnet“, sagte Dmitrij Manglijew von der Investmentgesellschaft Prospekt.

Als wahrscheinlich einziger Bieter und damit Käufer des Lukoil-Paketes ist bereits das US-Ölunternehmen Conoco-Phillips in Sicht. Dessen Chef James Mulva war kürzlich mit Lukoil-Vorstandschef Wagit Alekperow zu Sondierungsgesprächen bei Präsident Putin.

Mulva hatte anschließend gesagt, nach Gesprächen „mit vielen russischen Firmen“ wolle Conoco mindestens eine Mrd. Dollar in Russland investieren und so „ein großer Spieler dort werden“. Nach Informationen des „ Wall Street Journal“ ist Conoco bereit, 1,7 Mrd. Dollar für die Lukoil-Beteiligung zu zahlen. Die Amerikaner wollten zudem dem Lukoil-Management Aktien abkaufen und so auf einen 25-prozentigen Anteil kommen.

Dies scheint jedoch nicht so einfach. Lukoil-Konzernchef Alekperow, der 10,38 Prozent der Aktien hält, und andere Manager haben Verkaufsabsichten bereits dementiert. Unwidersprochen blieb aber ein Bericht, nach dem Conoco-Einstieg wollten beide Firmen ein Joint Venture zur Erschließung von Ölfeldern in Russlands Nordwesten gründen. Insgesamt drei Mrd. Dollar soll die Investition kosten.

Neben Lukoil will Russland seine 51,2-prozentige Beteiligung an der Fluggesellschaft Aeroflot ebenso abstoßen wie an zwei weiteren Airlines, am Stahlkonzern Magnotogorski, wichtigen Häfen und am Telekomgiganten Swjasinvest.

Lukoil konnte im ersten Halbjahr seine Ölförderung um 7,8 Prozent auf 1,7 Mill. Barrel (je 159 Liter) täglich steigern. Das sind 19 Prozent der russischen und zwei Prozent der weltweiten Ölproduktion. Bei einer Förderung von 81,5 Mill. Tonnen machte das Unternehmen im vorigen Jahr 22,3 Mrd. Dollar Umsatz und 3,7 Mrd. Dollar Reingewinn.

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