Conoco-Phillips kauft Burlington
Ölmulti schluckt Gasgiganten

Im Laufe des Tages hatte sich das Geschäft angekündigt, am späten Montagabend verkündeten es die Unternehmen offiziell: Der US-Ölkonzern Conoco-Phillips kauft den Gasproduzenten Burlington Resources. Der Kaufpreis ist noch gigantischer als erwartet.

HB NEW YORK. Conoco-Phillips kündigte am späten Montagabend an, für jede Burlington-Aktie 46,50 Dollar in bar und 0,7214 eigene Aktien zu bezahlen; unterm Strich sind das 35,6 Mrd. Dollar. Das „Wall Street Journal“ hatte am Montagmorgen noch von 30 Mrd. Dollar geschrieben. Conoco-Phillips rangiert unter den großen US-Ölfirmen auf Rang drei nach Exxon Mobil und Chevron-Texaco. Mit Burlington zusammen kommt das Unternehmen 2006 auf Grundlage von Analystenschätzungen auf einen Umsatz von 211 Mrd. Dollar. Damit schließ es fast zu Chevron mit voraussichtlich 217 Mrd. Dollar auf.

Burlington hat sich vor allem auf die Erdgasförderung in schwierigen Regionen wie den Rocky Mountains konzentriert. Conoco ist in Deutschland vor allem durch die Tankstellenkette Jet bekannt. Kürzlich hatte der Konzern den Kauf der vor allem auf den Export von Mineralölprodukten spezialisierten Raffinerie in Wilhelmshaven von Louis Dreyfus Energy Holdings angekündigt.

Die Übernahme ist der Höhepunkt einer ganzen Reihe von Aufkäufen in der Ölindustrie in diesem Jahr. Seit 1999 hat es in der Branche nicht mehr so viele Akquisitionen gegeben. Dank der hohen Energiepreise erzielen die Unternehmen Rekordgewinne und sind bereit, hohe Aufschläge für Übernahmekandidaten zu zahlen, um ihre Öl- und Gasreserven wieder aufzufrischen. Im Sommer hatte Chevron-Texaco das Förderunternehmen Unocal nach einer Übernahmeschlacht mit dem chinesischen Staatskonzern CNOOC für gut 17 Mrd. Dollar gekauft. Insgesamt hat es in diesem Jahr Zusammenschlüsse im Wert von 162 Mrd. Dollar gegeben.

Während Ölanalysten eine weitere Konsolidierung unter den so genannten „Big Five“ der Branche – Exxon, BP, Royal Dutch Shell, Chevron und Total – für wenig wahrscheinlich halten, dürften Zusammenschlüsse und Aufkäufe unter den Ölfirmen in der zweiten Reihe weitergehen.

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