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20.11.2008 
Autokrise

Conti fürchtet um seine Zulieferer

von Mark C. Schneider

Angesichts der drohenden Rezession fürchtet Continental um seine Zulieferer. Viele der Unternehmen seien in einer kritischen Situation, warnte jetzt Vorstandschef Neumann. Seiner Ansicht nach droht der Autobranche ein bleibender Schaden.

Lupe

FRANKFURT. Europas zweitgrößter Automobilzulieferer Continental warnt als Folge von Finanz- und Autokrise vor bleibenden Schäden für das Produktionsnetzwerk aus Autoherstellern, großen Zulieferern und deren Lieferanten. Der Dax-Konzern will zumindest solchen Geschäftspartnern helfen, denen einen Schlüsselstellung in der Fabrikationskette zukommt. "Wir hängen an unseren Lieferanten, davon sind einige gefährdet. Wir überlegen deshalb sehr gezielt, welche Lieferanten für uns elementar wichtig sind und wie Wege aussehen könnten, sie zu stützen", sagte Conti-Chef Karl-Thomas Neumann in Frankfurt.

Einer Reihe von Unternehmen dürfte dennoch die Luft ausgehen, fürchtet er. Zu viele seien noch Mittelständler, eine weitere Konsolidierung ist aus Sicht des Conti-Chefs deshalb unvermeidlich. Einzelne Zulieferer hätten bereits ein großes Problem. 2009 dürften weitere hinzukommen. "Meine persönliche Sorge ist, dass dabei zu viel kaputt geht: Es dürfen keine Gesunden wegen mangelnder Kredite auf der Strecke bleiben", sagte Neumann. Um größeren Schaden zu verhindern mahnt der Conti-Chef wie zuletzt etwa auch Volkswagen-Boss Martin Winterkorn eine ausreichende Versorgung mit Liquidität durch die krisengeschüttelten Banken an.

Von der Politik erwartet Neumann einen klaren gesetzlichen Rahmen zur Besteuerung des CO2-Ausstoßes von Fahrzeugen sowie Anreize zur Förderung moderner, Sprit sparender Technologien.

Notgedrungen versucht auch die Branche selbst, sich gegenseitig zu helfen. Hersteller wie VW sprechen frühzeitiger als bisher mit ihren Lieferanten über die geplante Produktionsmenge, heißt es in Branchenkreisen. Derzeit laufen die Abstimmungen über die Kapazitäten Ende Dezember. Durch das Verschieben oder gar die Absage von Kundenprojekten können Zulieferer Entwicklungsaufwendungen und Investitionen kürzen oder zumindest strecken, heißt es in Zuliefererkreisen. "Transparenz hilft. Die Hersteller melden schneller und genauer ihre Produktionsplanungen. Das tun wir auch gegenüber unseren Lieferanten", bestätigte Neumann.

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