Conti sucht friedliche Einigung
Die Kurve gerade noch gekriegt

Nach wochenlangem Sperrfeuer arbeitet Conti nun an einer friedlichen Einigung im feindlichen Übernahmekampf mit der fränkischen Schaeffler-Gruppe. Gerade noch rechtzeitig hat der Vorstand des Dax-Konzerns die Kurve gekriegt - denn im Abwehrpoker drohten Conti allmählich die Optionen auszugehen.

FRANKFURT/DÜSSELDORF. Das Ergebnis des Krisentreffens des Aufsichtsrats verkündete Contis Vorstandschef Manfred Wennemer persönlich. Das Angebot der übernahmewilligen Schaeffler-Gruppe von 70,12 Euro pro Aktie sei nicht angemessen, sagte er am Mittwoch erwartungsgemäß in die Mikrofone. Was dann folgte, war eine faustdicke Überraschung: Conti strebe kurzfristig weitere Verhandlungen an - im Sinne beider Unternehmen.

Nach wochenlangem Sperrfeuer will der Dax-Konzern nun eine friedliche Einigung im feindlichen Übernahmekampf mit der fränkischen Schaeffler-Gruppe erzielen. Dabei hatten sich Experten noch am Dienstag über die Abwehrszenarien der Hannoveraner den Kopf zerbrochen. Was war geschehen?

Der sechsköpfige Conti-Vorstand war längst einen Schritt weiter. Im Hintergrund hatte Wennemer Gespräche mit den Franken gesucht und schließlich die schriftliche Zusage von Schaeffler-Boss Jürgen Geißinger erhalten: Das Familienunternehmen sei bereit, über eine Aufstockung der Offerte zu sprechen. In Aufsichtsratskreisen ist von einem Preis von 75 Euro pro Aktie die Rede. Bisher bietet der Familienkonzern aus Herzogenaurach lediglich 70,12 Euro.

Der neue Preis sei zwar angesprochen worden, doch hätten sich die Kontrolleure noch nicht zu einer Bewertung durchgerungen, sagten Teilnehmer. "Wir haben Zeit, noch gibt es nichts Offizielles", sagte ein Kontrolleur der Arbeitnehmerbank. "Es ist schwer zu sagen, ob das der Kapitalseite reicht." Aufsichtsratschef Hubertus von Grünberg habe sich neutral verhalten.

Vorstandschef Wennemer, der im Kampf mit Schaeffler angeschlagen wirkte, ist jedenfalls ein Coup gelungen. Nur wenige hatten dem Management, dessen Abwehroptionen gegen die Franken dürftig schienen, zugetraut, einen solchen deutlichen Aufschlag zu erwirken.

Gemessen am Conti-Aktienkurs vor dem Bekanntwerden der Schaeffler-Pläne bieten die Franken eine Prämie von fast 40 Prozent. Wennemer darf sich damit in seiner Ansicht, der faire Wert des Dax-Konzerns liege über dem bisherigen Angebot, bestätigt sehen. Auf einen konkreten Preis wollte er sich auch am Mittwoch nicht festlegen lassen. "Wer die erste Zahl sagt, verliert", hieß es in seinem Umfeld.

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