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30.06.2008 
Continental setzt auf den Elektroantrieb

Conti verliert Glauben an den Diesel

von Mark C. Schneider

Der Automobilzulieferer Continental will seine Abhängigkeit vom Diesel-Antrieb verringern. In den USA sieht Conti nur noch wenig Perspektiven für diese sparsame Antriebsvariante, die vor allem die deutsche Automobilindustrie gefördert hatte. Das Unternehmen setzt stattdessen auf den Elektroantrieb und sucht Partner für die Massenproduktion von Batterien.

Technikvorstand Karl-Thomas Neumann beabsichtigt, dass Continental die Module für Elektroautos zukünftig in großen Stückzahlen in Osteuropa oder Mexiko produziert - dort, wo auch die Autos gebaut werden. Foto: PRLupe

Technikvorstand Karl-Thomas Neumann beabsichtigt, dass Continental die Module für Elektroautos zukünftig in großen Stückzahlen in Osteuropa oder Mexiko produziert - dort, wo auch die Autos gebaut werden. Foto: PR

WIEN. Der Autozulieferer Continental schwenkt auf alternative Antriebe um. „Die Chancen des Elektroautos haben uns alle überrascht. Es ist klar, dass es etliche Verschiebungen geben wird“, sagte Contis Technikvorstand Karl-Thomas Neumann dem Handelsblatt. „Die Antriebstechnologie wird sich rapide ändern. Davon wird auch die Ölbranche beeinflusst.“ Continental ist bisher vor allem auf Dieseltechnik spezialisiert.

Die horrenden Spritkosten zwingen die Branche zum umdenken. Ende vergangener Woche kostete Benzin in Deutschland soviel wie noch nie: Die Autofahrer mussten im Schnitt für einen Liter Super 1,58 Euro und für einen Liter Diesel 1,53 Euro hinblättern. Die hohen Kosten belasten die Nachfrage nach Neuwagen spürbar. Das Car-Institut der FH Gelsenkirchen korrigierte gestern seine Jahresprognose für den deutschen Markt um 200 000 Stück auf jetzt noch 3,1 Mill. Autos.

Die Hersteller setzen in einem ersten Schritt verbrauchsärmere Motoren dagegen, die zudem weniger CO2 ausstoßen. Langfristig forciert die PS-Branche von GM bis VW alternative Konzepte, vor allem Elektroautos. Davon profitieren die Zulieferer. „Elektroautos verbessern deren Verhandlungsmacht. Ein Teil der Wertschöpfung verlagert sich von den Autobauern in ihre Richtung“, prognostiziert Autoanalyst Aleksej Wunrau von der BHF Bank.

Continental ist nach der Fusion mit der ehemaligen Siemens-Tochter VDO im Jahr 2007 in Europa die Nummer zwei der Branche hinter Bosch und gehört weltweit zu den Top fünf. Technikchef Neumann steht der Division Powertrain vor, die den Autobauern Komponenten für Motoren und Antriebe liefert. Im Jahr 2006 hätten die entsprechenden Sparten von Conti und VDO in Summe fünf Mrd. Euro umgesetzt. Conti kam insgesamt auf einen Umsatz von 15 Mrd. Euro. VDO schloss das im September endende Geschäftsjahr mit zehn Mrd. Euro ab.

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