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12.01.2009 
Autozulieferer

Continental: Belegschaften sind für Burgfrieden

Continental und Schaeffler befinden sich seit Wochen im Streit. Es geht um Macht und viel Geld. Die Leidtragenden sind vor allem die Mitarbeiter der Unternehmen. Nun haben sich die Belegschafte zu Wort gemeldet. In einem gemeinsamen Brief fordern sie, den Streit zu beenden.

gof/hz/mcs FRANKFURT/DETROIT. Wenige Tage nach dem Abschluss der Continental-Übernahme durch den Familienkonzern Schaeffler haben Belegschaftsvertreter beider Unternehmen ein Ende des Machtkampfs im neuen Verbund gefordert. „Die öffentliche Auseinandersetzung über Management- und Unternehmensstrukturen muss beendet werden und einer gemeinsamen Aufarbeitung der aktuell operativen Themen weichen“, forderten die Gewerkschaften IG Metall und IG BCE sowie die Konzernbetriebsräte von Continental und Schaeffler gestern in einer gemeinsamen Erklärung. Die Beschäftigten im neuen Konzernverbund erwarteten vom Management und von den Eigentümern, dass sie „konstruktiv zusammenarbeiten“.

Die Belegschaftsvertreter mahnen damit die Führungskräfte in einem ungewöhnlichen Schritt zur Eintracht und legen offen, dass beide Seiten von einem Burgfrieden noch weit entfernt sind. „Ich habe den Eindruck, dass die Investorenvereinbarung infrage gestellt wird“, sagte Gewerkschafter Werner Bischoff, Vize-Chef des Conti-Aufsichtsrates, dem Handelsblatt. „Das ist aber die Geschäftsgrundlage für unsere Beziehung zu Schaeffler.“ Bischoff zeigte sich allerdings offen für den Wunsch von Schaeffler nach einer außerordentliche Hauptversammlung bei Conti. „Das ist ein legitimes Mittel, das Schaeffler wahrnehmen kann.“ Es habe seinen Charme, wenn die Verantwortlichen am Tisch säßen.

Ex-Kanzler Gerhard Schröder, der von Schaeffler und Conti als Garant bestellt worden ist, um über die Einhaltung der vertraglichen Zusagen zu wachen, hat das Papier der Arbeitnehmervertreter nach Aussagen seines Sprechers positiv aufgenommen. Die Erklärung sei „sehr vernünftig und Zeichen für die Kooperationsbereitschaft der beiden Gewerkschaften“. Er hoffe, so Schröder, dass „alle Beteiligten – Management und Eigentümer – diese Kooperationsbereitschaft zu schätzen wüssten“.

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