Continental
Familienunternehmerin Schaeffler wird 70

Nach dem Desaster um die Conti-Übernahme musste Maria-Elisabeth Schaeffler zahlreiche Angriffe über sich ergehen lassen. Inzwischen hat sich die Lage beruhigt. Bald feiert die Familienunternehmerin ihren 70. Geburtstag.
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HerzogenaurachAuf die stürmischen Turbulenzen während der Wirtschaftskrise hätte Maria-Elisabeth Schaeffler sicherlich gerne verzichtet. Nicht nur, dass das Desaster um die Conti-Übernahme die demütigende Bitte um Staatshilfen und zahlreiche, auch persönliche Angriffe mit sich brachte - das von Schaeffler ausgebaute Lebenswerk ihres Mannes stand auf dem Spiel. Inzwischen hat sich der noch immer unter einer gigantischen Schuldenlast ächzende Autozulieferer wieder stabilisiert. An 17. August wird Schaeffler 70 Jahre alt. 

Die in Prag geborene und in Wien aufgewachsene „Schaefflerin“, wie sie am Hauptsitz in Herzogenaurach ehrfurchtsvoll genannt wird, traf als junge Medizinstudentin auf den 24 Jahre älteren Georg Schaeffler. Die beiden sahen sich vor ihrer Hochzeit 1963 nur dreimal, dennoch brach Schaeffler ihr Studium ab und folgte ihm in die fränkische Provinz. Obwohl ihr Mann sie schon bald ins Tagesgeschäft einbezog, fiel sie in der Öffentlichkeit lange nur dann auf, wenn sie ihm beim Rauchen den Aschenbecher hielt.

1996 jedoch, nach dem Tod ihres Mannes, tritt sie aus dem Schatten: Für die männerdominierte Branche überraschend übernimmt Maria-Elisabeth Schaeffler selbst die Geschäfte, baut das Unternehmen unter anderem mit der feindlichen Übernahme des börsennotierten Konkurrenten FAG Kugelfischer weiter aus, verdoppelt die Mitarbeiterzahl und vervielfacht die Erlöse. 2007 arbeiten 66.000 Menschen bei dem Wälzlagerhersteller, der als einer der weltweit größten Anbieter einen Umsatz von 8,9 Milliarden Euro macht. 

Als „listige Witwe“ gilt Schaeffler zu dieser Zeit, von den Bossen der Konzerne ob ihres Einflusses geachtet und für ihren Wiener Charme und ihre Verschwiegenheit geschätzt. 

Doch dann kommt der tiefe Fall: Schaeffler will den dreimal so großen Konkurrenten Continental übernehmen, schleicht sich heimlich an und macht dann ein unerwünschtes Übernahmeangebot. Das Problem: Eigentlich wollen die Franken nur 49,9 Prozent der Aktien, doch weil in der Zwischenzeit die Wirtschaftskrise die Autobranche erzittern lässt, flüchten sich die Anleger zuhauf in den sicheren Hafen. 

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  • So bald in die ruehestand gehen, sonst endet sie wie Bettencourt.

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