Continental fliegt Köln/Bonn an und verschärft Preisdruck auf New-York-Strecken
US-Airlines attackieren Lufthansa und LTU im Nordatlantikverkehr

Der Konkurrenzkampf im Flugverkehr über den Nordatlantik gewinnt an Schärfe. Continental Airlines will künftig mehr Städte zwischen den USA und Europa verbinden und expandiert dabei vor allem Richtung Deutschland.Gestern kündigte die US-Gesellschaft für Mai 2006 einen täglichen Service von Köln/Bonn zu ihrem Heimatdrehkreuz New York (Newark) an.

ebe FRANKFURT.Für den rheinischen Flughafen ist es die erste Linienverbindung in die USA seit mehr als 15 Jahren. „Wir glauben, dass unser Konzept hier genauso erfolgreich sein wird wie in anderen Städten Europas“, sagte Jim Summerford, Europa-Chef von Continental. Die Airline verbindet bisher bereits die Flughäfen Frankfurt, Hamburg und Berlin mit New York.

Während die Lufthansa Nordatlantikstrecken fast ausschließlich über ihre Drehkreuze Frankfurt und München führt, setzen die US-Linien stärker auf Nonstop-Verbindungen – zur Not auch von kleineren Flughäfen. So fliegt Delta Air Lines nicht nur ab Frankfurt und München in die USA, sondern auch ab Berlin-Tegel und Stuttgart. Auch Düsseldorf erhält ab April 2006 einen täglichen Delta-Flug zum größten US-Drehkreuz Atlanta. Die neue Köln/Bonn-Verbindung nach New York wird den Wettbewerb im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen weiter anheizen, zumal sich dort auch die LTU im Nordatlantikverkehr tummelt. Branchenbeobachter erwarten einen zähen Ausscheidungskampf, bei dem es angesichts rekordhoher Treibstoffkosten kaum Gewinner geben dürfte.

Während Continental in den vergangenen beiden Quartalen immerhin Gewinne auswies, operiert Delta seit September unter dem Gläubigerschutz des US-Konkursrechts (Chapter 11). Deshalb ist ihre Expansion Richtung Europa höchst umstritten. Airline-Manager werten die Auslegung des US-Konkursrechts als versteckte Subvention: Es sei wettbewerbswidrig, moniert etwa die Lufthansa, wenn Airlines unter Chapter 11 ihre milliardenschweren Pensionslasten auf den Staat abwälzen und dennoch weiter expandieren dürften.

„Die Rückkehr der US-Carrier nach Deutschland entwickelt sich allmählich zur Bedrohung für Lufthansa“, sagte ein hochrangiger Airline-Manager. Der Kranich-Konzern verdient sein Geld derzeit vor allem auf Langstreckenflügen nach China, Indien und über den Nordatlantik.

Mehr noch als Lufthansa muss sich LTU bedroht fühlen. Die seit Jahren defizitäre Ferienfluglinie hat sich zuletzt stärker auf Langstrecken konzentriert, weil ihr Konkurrenten wie Air Berlin im Europaverkehr das Wasser abgraben. Jetzt drohen aber auch über dem Nordatlantik die Preise zu purzeln: Singapore Airlines bietet den Hin- und Rückflug auf der Strecke Frankfurt-New York im Winter bereits ab 199 Euro zuzüglich Steuern und Gebühren an. Derart unter Druck, setzte LTU im September auf eine kuriose Aktion bei Karstadt und legte beim Kauf einer 199 Euro teuren Daunenjacke ein Flugticket zum „Big Apple“ obendrauf.

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