Continental
Maserati gucken und Lachs essen

Das Warten auf die Ergebnisse der Aufsichtsratssitzung von Continental in Hannover zermürbt die Mitarbeiter. Doch das Bangen könnte gerade erst begonnen haben.

HANNOVER. An diesem Tag der großen Entscheidung weiß selbst der Himmel über Hannover nicht so recht, was er eigentlich will. Den Sommer endlich einleiten? Oder doch weiter so tun, als sei der Juli ein Monat des Spätherbstes? Oder er changiert hin und her und lässt sich strahlende Sonne und dunkle Wolken fröhlich abwechseln. Und je nach Momentwetter erscheinen die roten Backsteine der Conti-Zentrale in Hannover, Vahrenwalder Straße 9, mal ein wenig freundlicher oder wieder ein bisschen trister.

Schon morgens ist klar: Die Aufsichtsräte des Reifenherstellers Continental AG, einem der fünf größten Autozulieferer der Welt, müssen heute mehr Entschlussfreude an den Tag legen – schließlich liegt die Zukunft des Konzerns in ihrer Hand. Eine gute Woche ist es nun her, dass das fränkische Familienunternehmen Schaeffler ein Übernahmeangebot für den im Dax notierten Conti-Konzern auf den Tisch legte. Seit dem Überraschungscoup ringt die Conti-Spitze um eine angemessene, eine klare Antwort. Heute muss es sie geben. Doch bis es so weit ist, heißt es: warten, warten, warten. Für die Scharen von Journalisten, die sich mit Lachs-Schnittchen „sponsored by Conti“ und Zigaretten wohl oder übel die Zeit vertreiben, vor allem aber auch für die Mitarbeiter des Konzerns.

Als einer der ersten Conti-Kontrolleure trifft um 10.30 Uhr Hans-Olaf Henkel ein – schon zweieinhalb Stunden vor dem eigentlichen Beginn der Sitzung. Der ehemalige Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie fährt ohne Limousine vor, er kommt, ungewöhnlich unprätentiös, mit dem Taxi.

Seine Kollegen, darunter so illustre Top-Manager wie Tui-Chef Michael Frenzel vollbringen ein echtes Kunststück: Unbemerkt schlüpfen sie an den lauernden Fotografen und Kamerateams vorbei. Dabei schwören die Öffentlichkeitsarbeiter von Conti Stein und Bein, dass es nur diese eine Zufahrt auf das Gelände gebe. „Sie sind durch die Kanalisation gekrochen“, mutmaßt ein Kameramann, „und duschen jetzt, ehe es losgeht.“

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