Continental: Noch keine ausreichende Annahmequote
Phoenix-Übernahme auf der Kippe

Continental hat zwölf Stunden vor Ablauf der Übernahmefrist noch nicht genügend Phoenix-Aktien angeboten bekommen, um die Akquisition abschließen zu können. Damit droht die Übernahme des Hamburger Autozulieferers zu scheitern.

HB HANNOVER/HAMBURG. Die Frist für das Angebot des Reifenherstellers und Automobilzulieferers in Höhe von 15 € je Aktie läuft an diesem Montag um 24 Uhr aus. „Wir haben bis jetzt keine ausreichende Annahme unseres Angebots. Noch ist der Deal akut gefährdet“, sagte ein Unternehmenssprecher am Montag in Hannover. „Aber wir setzen auf die Vernunft der Investoren.“ Die Annahmefrist lief bis Montagnacht. Eine Nachbesserung der Offerte hat das hannoversche Unternehmen bereits ausgeschlossen. Conti bietet den Phoenix-Anteilseignern 15 € je Aktie und will 75 % an dem Konkurrenten erwerben.

Diese Mehrheit sei nötig, um die angestrebten Synergien zu realisieren, argumentiert Continental. Das Unternehmen will Phoenix für knapp 230 Mill. € übernehmen und geht nach früheren Aussagen von Synergieeffekten in Höhe von 30 Mill. € aus, die binnen zwei Jahren realisiert werden sollen. Mit dem Erwerb von Phoenix will Continental ihre Tochter ContiTech zu einem der weltweit führenden Anbieter von Kautschuk- und Kunststofftechnologien in der Zulieferbranche machen.

Vergangene Woche hatte Conti-Chef Manfred Wennemer in einem Reuters-Interview betont, das Erreichen der angestrebten 75 % sei ein Muss. Ansonsten sei nicht der nötige Handlungsspielraum vorhanden. Continental-Aktien weiteten am frühen Nachmittag ihre Verluste aus und gaben rund ein Prozent auf mehr als 39 € nach. Der Deutsche Aktienindex verzeichnete dagegen deutliche Kursgewinne. Die im Kleinwertesegment SDax notierten Anteilsscheine es Hamburger Unternehmens Phoenix verloren in einem freundlichen Marktumfeld 0,2 % auf 15 €.

„Die Investoren befürchten, dass die Übernahme von Phoenix scheitern könnte“, begründete Alfred Kaiser, Analyst beim Brokerhaus MWB, den Kursrückgang der Conti-Aktie. „Von dem Zukauf versprechen sie sich für Conti Synergien, die nun ausbleiben könnten.“ Ein anderer Analyst sagte: „Möglicherweise verliert die Conti-Aktie an Fantasie, wenn die Übernahme von Phoenix und damit die Hebung von Synergien scheitern sollten.“ Positiv wertete er, dass Conti an dem Übernahmeangebot in Höhe von 15 € je Phoenix-Aktie festhält und die Offerte nach eigener Darstellung nicht nachbessern will. „Conti kann sicherlich besser ohne Pheonix leben, als Phoenix ohne Conti."

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