Continental
Spiel ohne Grenzen

Dem Conti-Management macht sein Erfolg zu schaffen: Der Geldberg wächst. Den Gewinn an die Aktionäre zurückzugeben, bezeichnet Konzernchef Manfred Wennemer als „Bankrotterklärung“. Stattdessen will er Conti durch Übernahmen in eine neue Dimension zu führen.

FRANKFURT. Für Conti wird es eng. Die Verschuldung des Automobilzulieferers aus Hannover liegt deutlich unter Branchenschnitt, der Konzern hat mehr als vier Milliarden Euro in der Kasse, die eine sinnvolle Anlage suchen. Ein Problem, das mit jedem Quartal größer wird. Der Geldberg von Continental wächst. Das Geld über Sonderdividenden an die Aktionäre zurückzugeben, bezeichnete Konzernchef Manfred Wennemer diese Woche erneut als „Bankrotterklärung“. Er lässt keinen Zweifel daran, dass seine Marschroute lautet, Conti durch Übernahmen in eine neue Dimension zu führen.

Und Wennemer hat Großes vor, Größeres als Conti bislang öffentlich gemacht hat. Nicht anders ist zu erklären, dass sich der Vorstandschef in der Hauptversammlung Anfang der Woche trotz der prall gefüllten Kassen von den Aktionären auch noch die Möglichkeit einer Kapitalerhöhung von bis zu 50 Prozent hat genehmigen lassen.

Das steigert den finanziellen Rahmen für Zukäufe auf ein Maß, das den Jahresumsatz von Conti deutlich übersteigt: Zusätzlich zu den mindestens fünf Milliarden Euro, auf die die flüssigen Mittel des Konzerns im laufenden Jahr voraussichtlich steigen werden, würde eine Kapitalerhöhung um 50 Prozent nach aktuellen Kursen gut sieben Milliarden Euro zusätzlich in die Konzernkasse spülen.

Außerdem könnte Conti auf Basis des höheren Eigenkapitals die Verschuldung etwa um fünf Milliarden Euro hochfahren, ohne Probleme mit dem Kreditrating zu bekommen. Finanzchef Alan Hippe hat als Messlatte dafür ein Gearing, also ein Verhältnis zwischen Nettofinanzschulden und Eigenkapital, von 100 Prozent genannt. Momentan liegt diese Bewertungsgröße im Konzern bei lediglich 25 Prozent.

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