Continental und Schaeffler
Kompromiss: Conti baut Vorstand um

Der Kompromiss zwischen Schaeffler und Continental um den Vorstandsumbau reicht weiter als bislang bekannt. Wie das Handelsblatt aus Verhandlungskreisen erfuhr, stehen neben dem neuen Conti-Chef Elmar Degenhart auch die weiteren neuen Conti-Vorstandsmitglieder bereits fest. Teil der Übereinkunft ist offenbar auch ein Amtsverzicht von Aufsichtsratschef Koerfer.

ax/ink/iw/mcs HERZOGENAURACH/HANNOVER. Drei neue Führungskräfte sollen in den Conti-Vorstand berufen werden. Dabei handelt es sich um den Interimschef der Pkw-Reifensparte, Nikolai Setzer, den Chef des Interior-Bereichs, Helmut Matschi, und Ralf Cramer, Chef der Bremsen-Sparte Chassis & Safety. Degenhart selbst übernimmt die Zuständigkeit für den Bereich Powertrain.

Für den vakanten Posten des Finanzchefs soll eine renommierte Personalberatung einen Kandidaten suchen, hieß es in den Kreisen. Schaeffler-Finanzvorstand Klaus Rosenfeld, der laut früheren Plänen den Posten mit übernehmen sollte, ist damit offenbar aus dem Rennen.

Zwei Conti-Manager, Personalchef Heinz-Gerhard Wente und Lkw-Reifenchef Hans-Joachim Nikolin, bleiben im verjüngten Vorstand. Damit stehen dem Schaeffler-Mann Degenhart fünf Conti-Manager gegenüber. Laut Satzung entscheidet im Vorstand die einfache Mehrheit, nur bei Stimmgleichheit gibt der Vorstandschef den Ausschlag.

In dem Machtkampf will Großaktionär Schaeffler bei der entscheidenden Aufsichtsratsitzung am Mittwoch allerdings nicht um jeden Preis an Rolf Koerfer als Conti-Aufsichtsratsvorsitzenden festhalten.

In den vergangenen Tagen hatte sich der Machtkampf zwischen Conti und seinem Großaktionär weiter zugespitzt. Vorstandschef Neumann gilt seit Wochen wegen des heftigen Streits als angeschlagen. Dabei hatte der Wälzlagerhersteller Schaeffler, der 90 Prozent an Conti hält, Neumann im vergangenen Jahr selbst ausgesucht. Umstritten ist vor allem die Frage, ob eine Abwahl Neumanns gegen die Investorenvereinbarung zwischen beiden Unternehmen verstößt. Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) will die Problematik als Garant der Vereinbarung rechtlich klären lassen. Vor diesem Hintergrund wackelte die Front der Aufsichtsräte der Kapitalseite, die den Schaeffler-Wunsch nach einem Wechsel an der Spitze eigentlich unterstützt hatte.

Nun könnte es aber doch noch zu einer einvernehmlichen Lösung kommen. „Es sieht so aus, als ob alle Beteiligten jetzt mal von den Bäumen runtergestiegen sind und sich wieder an einen Tisch gesetzt haben“, sagte ein Verhandlungsinsider. „Es wäre ja niemandem damit gedient, wenn es am Mittwoch wieder keine Lösung gibt.

Seite 1:

Kompromiss: Conti baut Vorstand um

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%