Continental-Zahlen
Schaeffler im Zugzwang

Die aktuellen Zahlen des Autozulieferers Continental könnten die Schaeffler-Gruppe unter Druck setzen, meinen Analysten. Einige Beobachter glauben, die bisherige Offerte stehe nun wohl zur Disposition.

HB FRANKFURT. Aktienstrategen haben die Halbjahresergebnisse, die Continental vorgelegt hat, im Allgemeinen positiv aufgenommen. Das schwächere Reifengeschäft und der Nachfrageschwund in den USA machten den Ausblick zwar etwas unsicherer; das dürfte die Investoren allerdings nicht überraschen, kommentierten die Analysten der BHF Bank. Damit steige der Druck auf Schaeffler, die Offerte für den Konzern zu erhöhen.

Continental habe positive Zahlen zum zweiten Quartal vorgelegt, sagt Robert Heberger, Analyst bei Merck Finck (MeFiCo). Die bereinigte Ebit-Marge von 9,7 Prozent sei besser gewesen als erwartet. Wahrscheinlich werde die Kaufempfehlung für Conti beibehalten.

Etwas vorsichtiger äußern sich die Marktbeobachter von M.M. Warburg (MMW). Es sei positiv, dass der operative Gewinn von Continental trotz etwas gesunkenem Umsatz höher als erwartet ausgefallen sei. Dies unterstreiche die Gewinnstärke. Die Analysten wollen aber die Prognosen wegen der schlechten Aussichten der Automobilindustrie anpassen. Außerdem belaste der Anstieg der Rohstoffpreise. Nach Überarbeitung der Prognosen könnten sie eventuell das Kursziel senken.

Wer sich bei der Vorlage der Zahlen auch neue Details zur Abwehrstrategie gegen die 11,3 Milliarden Euro schwere Übernahmeofferte von Schaeffler erhofft hatte, wurde indes enttäuscht. Die Herzogenauracher, die Motor-, Getriebe-, Fahrwerksysteme und Lager für die Automobilbranche, Industrie sowie die Luft- und Raumfahrt herstellen, haben sich nach eigenen Angaben über Aktien und umstrittene Finanzgeschäfte 36 Prozent an dem dreimal so großen Dax-Konzern gesichert.

Conti hatte das Angebot als feindlich abgelehnt, zuletzt jedoch Gespräche angeboten, sollte Schaeffler einen höheren Preis bieten oder sich mit einem 20-Prozent-Anteil zufriedengeben. Beides hatte Schaeffler bislang abgelehnt.

Die Übernahmepläne sehen einige Beobachter mittlerweile als problematisch für die Schaeffler-Gruppe. Deren gesamte Verbindlichkeiten würden bei einer Mehrheitsübernahme von Continental von bislang 1,7 Milliarden Euro auf 31 Milliarden Euro in die Höhe schnellen. Das geht jedenfalls aus den am Mittwoch veröffentlichten und von der Finanzaufsicht BaFin genehmigten 64-seitigen Angebotsunterlagen an die Aktionäre hervor.

Nach den am Donnerstag vorgelegten Zahlen hat Continental im ersten Halbjahr den Umsatz kräftig gesteigert, beim Gewinn aber eingebüßt. Conti-Chef Manfred Wennemer hatte die Umsatz- und Ergebnisziele für 2008 bekräftigt. Nach einem überzeugenden zweiten Quartal gehe er davon aus, "wie geplant einen Umsatz von mehr als 26,4 Milliarden Euro zu erreichen", sagte er. Das Ergebnis (Ebit) des Dax-Konzerns wuchs im Vergleich zum ersten Halbjahr 2007 leicht von 911,5 auf 912,4 Millionen Euro.

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