Contis Großaktionär plant trotz des Gegenwindes den Durchmarsch im Januar
Schaeffler lässt Continental nicht los

Allen Schwierigkeiten zum Trotz bereitet das Familienunternehmen Schaeffler die Übernahme der Kontrolle von Continental vor, sobald der Deal Anfang Januar vollzogen ist. Derweil sinkt Contis Einstufung der Kreditwürdigkeit bei den Ratingagenturen.

FRANKFURT. Contis Großaktionär dringt Unternehmenskreisen zufolge auf eine außerordentliche Hauptversammlung, um vier Schaeffler-Vertreter in das 20-köpfige Kontrollgremium der Niedersachsen zu bringen. Neben den Eigentümern Maria-Elisabeth Schaeffler und ihrem Sohn Georg Schaeffler sollen Firmenchef Jürgen Geißinger und Finanzvorstand Thomas Hetmann in den Conti-Rat einziehen, heißt es in den Kreisen.

Schaeffler schlägt sich derzeit mit einem öffentlichen Konflikt mit Contis Führungsgremien herum. Ende der Woche eskalierte der Streit in einem Briefwechsel zwischen Conti-Chef Karl-Thomas Neumann und Geißinger. Neumann verwahrte sich gegen eine Einmischung in das operative Geschäft von Conti. Schaeffler bemühte sich gestern, die Wogen zu glätten. „Interessierte Kreise in Hannover versuchen, beide Seiten systematisch gegeneinander auszuspielen und gezielt das Klima zu vergiften“, sagte ein Sprecher. Das sei ein „Kleinkrieg, der weder im Interesse von Conti noch von uns ist“. Das werde Schaeffler nicht mitmachen.

Der Druck auf Schaeffler erhöht sich weiter. Unternehmenskreisen zufolge fordern die kreditgebenden Banken, weiteres Eigenkapital einzuschießen. Es wird davon ausgegangen, dass dies nur von außen kommen könne. Die von Schaeffler mit der Restrukturierung der Kredite zum Conti-Kauf beauftragte US-Investmentbank JP Morgan versucht, in Verhandlungen mit den Banken, Zeit zu gewinnen.

Angeblich werden angesichts der schwierigen operativen Entwicklung bei Schaeffler die Schutzklauseln für den Konsortialkredit zum Conti-Kauf bereits verfehlt. Allerdings wird der Kredit erst nach Vollzug des Deals fällig. Nach der erwarteten Genehmigung durch die EU am Freitag soll dies im Januar der Fall sein. Die Banken müssten angesichts des Überschreitens der Risikoschwellen den Kredit dann nicht mehr geben. Faktisch bringt ihnen das jedoch nichts, da Schaeffler sonst voraussichtlich in die Pleite rutschen würde.

Trotz gegenteiliger Beteuerungen ist zur Entlastung auch ein Verkauf von Continentals Gummisparte keineswegs vom Tisch. „Im zweiten Halbjahr 2009 kommt das Thema wieder auf die Agenda“, hieß es in Unternehmenskreisen von Conti. Bei den Neuverhandlungen seiner 11 Mrd. Euro schweren Kredite muss Continental selbst mit deutlichen Aufschlägen bei den Zinsen rechnen. Die Kreditwürdigkeit wird von Ratingagenturen immer niedriger eingestuft. Nachdem die Agentur Fitch Conti bereits auf „Schrott“-Status herabgestuft hatte, drohte S&P gestern einen ähnlichen Schritt an.

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