Coors und Molson schließen sich zusammen
Brauerei-Großfusion in Nordamerika perfekt

Die Fusion zum fünftgrößten Brauereikonzern der Welt ist perfekt: Die führende kanadische Brauerei Molson und das drittgrößte Brauereiunternehmen der USA, Coors, einigten sich auf einen Zusammenschluss.

gbr OTTAWA. Das neue Unternehmen wird einem Jahresverkauf von 60 Millionen Hektoliter Bier und einem Umsatz von sechs Mrd. Dollar haben. Es soll Molson Coors Brewing Co. heißen.

Mit der Fusion wollen sich Molson und Coors auf dem hart umkämpften Bierweltmarkt behaupten, der von Brauereien wie Interbrew, Anheuser-Busch, SAB-Miller und Heineken dominiert wird. Molson ist die größte, bisher ausschließlich in kanadischem Besitz befindliche Brauerei. Der größte Molson-Rivale, Labatt, war 1995 von Interbrew geschluckt worden.

Coors und Molson sind mittelgroße Brauereigruppen, die sich bisher in Familienbesitz befinden. Molson wurde 1786 in Montreal gegründet und ist wegen der Tradition eine Ikone unter den Unternehmen des Landes. Der Konzern hat in Kanada einen Marktanteil von rund 43 Prozent. Ironischerweise versuchte Molson im Jahr 2000, mit der national ausgerichteten Werbung „I am Canadian“, die von vielen als anti- amerikanisch angesehen wurde, die Position zu verbessern. Dass nun die Fusion mit einem US-Brauer gesucht wird, kommentieren Konkurrenten mit Süffisanz.

Molson und Coors kooperieren bereits seit Jahren. So braut und vertreibt Molson Coors Light in Kanada, während Coors Produkte von Molson in den USA verkauft. Coors wurde 1873 von dem aus Deutschland eingewanderten Adolph Coors gegründet. Ihr Marktanteil in den USA liegt bei elf Prozent. Vor Coors liegen in den USA Budweiser und Anheuser-Busch.

Kanadische Analysten äußerten Zweifel an der geplanten Fusion. Sie werde keine der Probleme lösen, die die Brauereien haben, sagte Carlos Laboy von Bear Stearns & Co. Beide Unternehmen hätten Probleme, ihre Absatzmärkte gegen Konkurrenten zu verteidigen. Nicht ausgeschlossen wurde, dass die Fusionsabsichten der Nordamerikaner Wettbewerber wie Heineken auf den Plan rufen könnten, die eine Akquisition erwägen könnten. Zudem gibt es in der Molson-Familie Presseberichten zufolge Meinungsunterschiede über die Fusion.

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