Cordes ordnet Einstellungsstopp für Teilbereiche an
Daimler zückt Rotstift bei den Personalkosten

Wenige Wochen nach der Vorstellung eines drastischen Kostensenkungsprogramms hat der neue Mercedes-Chef Eckhard Cordes erste konkrete Einschnitte bei den Personalkosten der wichtigsten Daimler-Chrysler-Sparte vorgenommen. Der Topmanager zieht den vereinbarten Gehaltsverzicht der Mercedes-Führungsleute um ein Jahr vor und verordnete für Teilbereiche von Mercedes einen Einstellungsstopp.

hz FRANKFURT/M..„Im Moment wird Fluktuation nicht ersetzt“, sagte Cordes in Stuttgart. Betroffen seien die Bereiche Forschung, Entwicklung und Verwaltung. Bei der Mercedes-Gruppe würden die Maßnahmen damit bereits jetzt greifen.

Cordes will im Rahmen des Effizienzsteigerungsprogramms „Core“ den Gewinn bis 2007 um 3 Mrd. Euro in neue Rekordhöhen katapultieren. Intern nimmt der Manager sich sogar ein um eine Milliarde Euro höheres Sparvolumen als Messlatte, um das Ziel für die im Ertrag stark abgerutschte Sparte auf jeden Fall zu erreichen. Gegenüber Analysten wurde der Mercedes-Chef bereits konkret: Demnach will Cordes ein Drittel der geplanten Verbesserung des Ergebnisses allein durch Einsparungen bei Personal- und Materialkosten erreichen. Auch ein Personalabbau sei trotz der Arbeitsplatzgarantie bis 2012 nicht ausgeschlossen. Nach Informationen aus Unternehmenskreisen hat Cordes in Gesprächen mit Arbeitnehmervertretern bereits angedeutet, dass es zu Stellenabbau kommen könnte.

Als erster Standort bekommt das Werk Bremen, das vor einem Jahr noch als Vorbild im Standortstreit galt, den wachsenden Druck des Managements zu spüren. Nach Angaben des dortigen Betriebsratsvorsitzenden Udo Richter verlangt Daimler eine Ausweitung der Wochenschichten, eine Halbierung der Pausenzeit sowie eine Verlegung der Weiterbildung in die Freizeit, damit dort ein neues, auf der C-Klasse basierendes Fahrzeug gebaut werden kann. Doch auch in der Führungsetage wird der Rotstift angesetzt. Die Manager verzichten laut Cordes bereits seit dem 1. Januar dieses Jahres auf 2,7 Prozent ihres Gehalts. Ursprünglich war die Gehaltskürzung, die alle leitenden Führungskräfte des Automobilkonzerns vom Abteilungsleiter aufwärts betrifft, erst von Januar 2006 an geplant.

Doch Cordes Spielraum bei Personalkürzungen ist durch den im vergangenen Sommer abgeschlossen Beschäftigungspakt eng begrenzt. Im Juli 2004 hatte sich Daimler mit den Arbeitnehmervertretern auf Kostensenkungen von 500 Mill. Euro pro Jahr geeinigt. Dafür erhielten die 160 000 Mercedes-Mitarbeiter in Deutschland eine Garantie, die betriebsbedingte Kündigungen bis 2012 ausschließt. Versetzungen und freiwillige Abfindungsvereinbarungen seien jedoch möglich, betonte Cordes unlängst in Genf.

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