Core-Programm
Radikalkur bei Mercedes schlägt an

Der Autokonzern Daimler-Chrysler hat seine Kostenstrukturen um über sieben Milliarden Euro verbessert. Für die Mercedes Gruppe hat sich das Unternehmen ehrgeizige Ziele gesetzt – bis spätestens 2010 soll die Umsatzrendite von derzeit knapp über acht bis auf zehn Prozent steigen. Dabei schielt die Konzernführung nach Fernost.

HB STUTTGART. Das Restrukturierungsprogramm Core habe verglichen mit 2004 in diesem Jahr zu Kostensenkungen und Erlössteigerungen in Höhe von 7,1 Milliarden Euro geführt, sagte Rainer Schmückle, Produktionsvorstand der Mercedes Car Group, am Dienstag in Stuttgart. Rund 9 700 Beschäftigte verließen im Zuge von Core freiwillig über ein Abfindungsprogramm das Unternehmen. Ursprünglich sollten 8 500 Stellen abgebaut werden. Das Sparprogramm mit über 40 000 Einzelmaßnahmen war im März 2005 nach einem deutlichen Gewinneinbruch bei Mercedes angelaufen.

Schmückle sagte zur aktuellen Situation, dass die Mercedes Gruppe mit einer Rendite von derzeit knapp über acht Prozent nur noch von Toyota (rund zehn Prozent) übertroffen werde. Im ersten Halbjahr lag die Rendite bei Mercedes bei 8,1 Prozent. Es gebe keinen Grund, dass dies in der zweiten Jahreshälfte schlechter sein werde, sagte Schmückle. Bis spätestens 2010 will die Mercedes Car Group ihre Umsatzrendite auf zehn Prozent steigern.

Der Automanager bestätigte, dass es gemeinsame Diskussionen mit anderen Herstellern über einzelne Projekte geben. Kooperationen seien sinnvolle Instrumente, um Skaleneffekte über die Hersteller hinweg zu erzielen. Nach verschiedenen Berichten gibt es Gespräche etwa über die Motoren für die neue Generation der A/B-Klasse. Sorgen mache derzeit der schwache Dollarkurs, betonte Schmückle. Sollte der Euro längerfristig hoch liegen, böte sich an, verstärkt Zulieferteile aus dem Dollarraum zu beschaffen. Bei einem Dollarkurs von 1,45 müsse man überlegen, mehr Modelle als heute in den USA zu produzieren.

Schmückle machte deutlich, dass man über eine Produktion in Osteuropa nachdenke, es sei aber keine Entscheidung getroffen. Er deutet in diesem Zusammenhang an, dass man die A- und B-Klasse nach unten ergänzen könne. „Premium kann auch heißen: Ein Mercedes unter den Kleinwagen“, sagte er.

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