Corus überlegt sich Schließung seines Werks in Voerde
Weitere Aluhütte ist in Gefahr

Der britisch-niederländische Corus-Konzern erwägt, seine Aluminiumhütte in Voerde zu schließen. Es wäre die dritte Ankündigung dieser Art in nur wenigen Tagen. Grund sind die hohen Strompreise, die ein Arbeiten in Deutschland unwirtschaftlich machen.

HB HAMBURG. Das für die Aluminiumsparte von Corus zuständige Vorstandsmitglied Gerhard Buddenhamm sagte am Mittwoch, falls in den nächsten Monaten keine niedrigeren Strompreise ausgehandelt würden, werde die Schließung des Aluminiumwerks in Voerde am Niederrhein in Betracht gezogen. Für alle Aluminiumhütten sei entscheidend, ob in den kommenden Monaten mit den Stromlieferanten günstigere Verträge ausgehandelt werden.

Es würden Gespräche mit mehreren Stromlieferanten geführt. „Wir wollen sehen, wie sich die politische Szene entwickelt und natürlich, wie beweglich die Stromkonzerne diese Frage handhaben“, sagte Buddenbaum. Corus produziert in Voerde mit knapp 500 Beschäftigten jährlich 70.000 Tonnen Aluminium.

Der norwegische Metall- und Energiekonzern Norsk Hydro plant die Teilschließung der Hamburger Aluminium-Werke (HAW) und will ein weiteres Werk in Stade stilllegen. Zur Rettung der HAW sind in der kommenden Woche Gespräche mit der Vattenfall-Tochter Hamburgische Electricitäts-Werke über die Strompreise geplant.

Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement äußerte sich zuversichtlich, dass dabei eine Lösung gefunden werde. „Ich denke, dass da durchaus noch eine Chance besteht - ohne dass ich da falsche Hoffnungen wecken darf - aber das ist kein Schaufenster-Gefecht“, sagte der SPD-Politiker am Dienstagabend. Die Bundesregierung werde versuchen, bei dem Kompromiss zu helfen. „Wir werden alles tun, was wir beitragen können.“

Clement widersprach zudem der Darstellung, die Probleme der Aluminiumhersteller hätten ihre Ursache im Standort Deutschland. „Wir haben es mit einer weltweiten Umstrukturierung zu tun“, sagte er mit Blick auch auf geplante Werksschließungen etwa in Norwegen. Neue Werke werden vor allem in Island und am arabischen Golf gebaut, wo Energie billig ist.

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