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Creditreform: Zahl der Unternehmenspleiten in Deutschland sinkt

Die Pleitewelle in Deutschland ebbt ab. Für 2010 prognostiziert die Wirtschaftsauskunftei Creditreform weniger Pleiten als im Vorjahr. Überproportional profitiert der Arbeitsmarkt davon.

Ein Insolvenzbeschluss unter der Lupe: In diesem Jahr wird es in Deutschland weniger Unternehmenspleiten geben als 2009. Quelle: dpa
Ein Insolvenzbeschluss unter der Lupe: In diesem Jahr wird es in Deutschland weniger Unternehmenspleiten geben als 2009. Quelle: dpa

HB FRANKFURT.In diesem Jahr wird die Zahl der Unternehmensinsolvenzen nach Schätzungen der Auskunftei Creditreform auf 32 100 (2009: 32 930) zurückgehen, wie Vorstand Helmut Rödl am Montag in Frankfurt sagte. Zu Jahresbeginn hatte Creditreform bis zu 40 000 Insolvenzen erwartet, in den ersten sechs Monaten war die Zahl noch um zwei Prozent gestiegen. Rödl gibt auch für das kommende Jahr Entwarnung: „Ich glaube nicht, dass wir eine Bugwelle vor uns herschieben.“ Für 2011 geht Creditreform von einem weiteren Rückgang auf 29 000 bis 31 000 Unternehmenspleiten aus.

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Experten hatten einen Anstieg der Insolvenzen im Aufschwung befürchtet, wenn vielen Firmen angesichts nötiger Investitionen die Kapitaldecke zu kurz wird. Die Unternehmen hätten allerdings vor und während der Rezession zum ersten Mal bewusst Eigenkapital gebunkert und „aus dem Stand heraus wieder Fahrt aufgenommen“, sagte Rödl. Dank der Kurzarbeiterregelung seien Entlassungen in der Stammbelegschaft vermieden worden.

Auch die deutschen Banken spielten mit: „Befürchtungen, eine Kreditklemme könnte den Aufschwung gefährden, sind vom Tisch“, stellte die Wirtschaftsauskunftei fest. Das Kreditgeschäft habe sich entspannt. Doch werde es vielen Unternehmen schwer fallen, Ersatz für das Mezzaninekapital zu finden, das sie vor der Krise aufgenommen hatten und das in den nächsten Jahren zurückgezahlt werden müsste.

Besonders anfällig zeigten sich in diesem Jahr erneut die Autozulieferer: Fünf der zehn größten Firmenpleiten entfielen auf die Branche, angeführt vom Leichtmetall-Spezialisten Honsel mit 3000 Mitarbeitern. Insgesamt meldeten weniger Großkonzerne Insolvenz an als im vergangenen Jahr, als der Zusammenbruch des Arcandor-Konzerns die Zahlen nach oben trieb. Durch Insolvenzen gingen daher nach Berechnungen von Creditreform in diesem Jahr nur noch 240 000 (Vorjahr: 521 000) Arbeitsplätze verloren. Der Schaden durch Firmenpleiten gehe um fast die Hälfte auf 35,4 Milliarden Euro zurück.

Die Zahl der Privatinsolvenzen nimmt dagegen weiter zu. Für 2010 rechnet Creditreform mit einem Anstieg um elf Prozent auf fast 112 000 - ein neuer Rekord. 6,5 Millionen Haushalte seien überschuldet. Seit 1999 hätten sich mehr als 700 000 Menschen für zahlungsunfähig erklärt. Seit damals werden die restlichen Verbindlichkeiten von zahlungsunfähigen Schuldern nach sechs Jahren gestrichen. Creditreform stellt aber immer mehr „Wiederholungstäter“ fest: 7,2 Prozent fielen nach der Restschuldbefreiung erneut negativ als Schuldenmacher auf.

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