Cropscience
Bayer investiert Milliarden in Agrarsparte

Bayer setzt auf Pflanzenschutzmittel und Saatgut: Sieben Milliarden Euro will der Konzern in seine Agrarsparte Cropscience stecken. Nicht nur die starke Nachfrage der Landwirte spricht für diese Investition.
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MonheimBayer treibt den Ausbau seines Agrargeschäfts mit Milliarden-Investitionen voran. Zwischen 2011 und 2016 werde die Sparte Cropscience sieben Milliarden Euro in die Hand nehmen, kündigte der Konzern am Donnerstag in Monheim bei Köln an. Fünf Milliarden davon sollen in die Entwicklung neuer Pflanzenschutzmittel und neuen Saatguts fließen, zwei Milliarden in den Bau neuer Produktionsanlagen.

Dank der Investitionen will die Sparte, die zuletzt maßgeblich zum Gewinnanstieg von Bayer beitrug, in den nächsten Jahren stärker wachsen als die Konkurrenz, sagte Cropscience-Chefin Sandra Peterson. „Wir erwarten für die Produkte, die zwischen 2011 und 2016 auf den Markt kommen, ein Spitzenumsatzpotenzial von mindestens vier Milliarden Euro.“ Besonders stark werde das Saatgutgeschäft zulegen. Der Anteil des Bereichs am Umsatz von CropScience werde sich bis 2016 auf rund 20 Prozent verdoppeln, stellte Peterson in Aussicht.

Der Konzern profitiert derzeit von der kräftigen Nachfrage der Landwirte, die angesichts hoher Weizen-, Soja- und Maispreise mehr Geld für Pflanzenschutzmittel und Saatgut ausgeben. Die hohen Preise sind vor allem auf die Dürre in den USA und in anderen Anbauregionen zurückzuführen und sorgen auch beim Bayer-Konkurrenten Syngenta und beim Düngemittelhersteller K+S für gute Stimmung.

Ein Ende des Trends ist nach Auffassung von Bayer nicht in Sicht. „Wir gehen davon aus, dass die Preise für Agrarrohstoffe mindestens bis Mitte 2013 hoch bleiben“, sagte der zuständige Cropscience-Manager Rüdiger Scheitza. „Vielleicht bleiben die Preise nicht ganz auf den derzeitigen Rekord-Ständen, aber sie werden auch 2013 auf einem sehr guten Niveau liegen.“

Bayer Cropscience hat seine Erlöse im ersten Halbjahr um 16 Prozent auf 4,9 Milliarden Euro ausgebaut und damit fast ein Viertel zum Gesamtumsatz des Leverkusener Pharma- und Chemiekonzerns beigetragen. Zum Halbjahr schraubte Cropscience seine Ziele nach oben und rechnet 2012 nun mit einem Umsatzplus von rund zehn Prozent und einem Anstieg des bereinigten Betriebsgewinns (Ebitda) um rund 20 Prozent.

Cropscience-Chefin Peterson wollte auf den Verlauf des dritten Quartals nicht näher eingehen, betonte jedoch: „Wir haben unsere Prognose im Juli angehoben und fühlen uns mit diesem Ausblick sehr wohl.“

Peterson wird Bayer Ende des Jahres verlassen und in ihr Heimatland USA zurückkehren, wo sie für den Bayer-Konkurrenten Johnson & Johnson arbeiten wird. Der Wechsel habe nur persönliche Gründe, sagte Peterson. „Meine Kinder und Großteile meiner Familie leben in den USA und ich will ihnen näher sein.“

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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