Curevac Impfstoffhersteller soll an die Börse

Der Name Bill Gates scheint zu beflügeln. Rund um eine Tübinger Biotech-Firma löst sein finanzielles Engagement Jubel aus. Der Hauptgesellschafter denkt schon einen Schritt weiter.
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Nach dem Einstieg von Bill Gates könnte nun der Börsengang folgen. Quelle: dpa
CureVac

Nach dem Einstieg von Bill Gates könnte nun der Börsengang folgen.

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TübingenNach dem Einstieg von Microsoft-Gründer Bill Gates in die Tübinger Biotech-Firma Curevac erwägt Hauptgesellschafter und SAP-Gründer Dietmar Hopp einen Börsengang. „Bislang gab es in Deutschland wenig Biotech-Börsengänge. Der Name Gates hat aber auch in Deutschland einen guten Klang, und es könnte sein, dass wir mit Curevac am Ende vielleicht, trotz der hiesigen Zurückhaltung, den Börsengang in Deutschland wagen“, sagte Hopp dem Wirtschaftsmagazin „Capital“ (20. März). In der Heimat von Curevac löste das finanzielle Engagement Gates Jubel und Lob für das Unternehmen aus.

Hopp ist über seine Gesellschaft dievini Hopp BioTech holding mit rund 90 Prozent an Curevac beteiligt. Er hat bisher 145 Millionen Euro in den Impfstoffhersteller investiert und angekündigt, weitere 21 Millionen Euro bereitzustellen. Curevac und die Bill-&-Melinda-Gates-Stiftung hatten am Donnerstagabend angekündigt, dass die Stiftung 46 Millionen Euro in die Firma investiert.

Das Geld soll vorrangig in eine Produktionsanlage fließen. Über die Eigenkapitalbeteiligung hinaus will die Stiftung weitere finanzielle Mittel für Programme zur Entwicklung von Impfstoffen gegen virale, bakterielle und parasitäre Infektionskrankheiten zur Verfügung stellen, darunter HIV. Zugutekommen sollen die Produkte der Kooperation vor allem den Menschen in der Dritten Welt.

25 Prozent der Kapazitäten seien für die Stiftung reserviert, sagte Ingmar Hoerr, Mitbegründer und Geschäftsführer von Curevac, am Freitag. Den Rest will das Unternehmen in der westlichen Welt vertreiben. In der Forschung arbeitet es mit Pharmakonzernen wie Boehringer Ingelheim und Sanofi Pasteuer zusammen.

Die größten Deals in der Pharma-Branche
Platz 9 – Roche für Genentech – 47 Milliarden Dollar (2008)
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Das Schweizer Pharmaunternehmen Hoffmann-La Roche sicherte sich 2008 für 46,7 Milliarden Dollar die amerikanische Biotech-Firma Genentech. Die Übernahme gilt als Glückgriff, da Roche als weltweit führender Produzent von Krebsmedikamenten von der Genforschung Genentechs profitiert. Roches bekanntes Vogelgrippe-Medikament Tamiflu (hier im Bild) hingegen stand mehrfach in der Kritik. Der Schweizer Konzern soll Studien zur Wirksamkeit des Medikaments manipuliert haben.

Platz 8 – Pfizer für Pharmacia – 61 Milliarden Dollar (2002)
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Pfizer zum Ersten: 60,7 Milliarden Dollar in Aktien ließ sich der US-Pharmakonzern im Jahr 2002 die Übernahme des schwedischen Unternehmens Pharmacia kosten. Da nach der Fusion das Haarwuchsmittel Rogaine und die Potenzpille Viagra von einem Unternehmen hergestellt wurden, scherzte der damalige Pfizer-Chef Hank McKinnell (l.): „Rogaine und Viagra zusammen, was kann sich ein Mann mehr wünschen“.

Platz 7 – Pfizer für Wyeth – 65 Milliarden Euro (2009)
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Pfizer zum Zweiten: Rund 64,5 Milliarden Dollar bezahlten die New Yorker für Wyeth, das zum Zeitpunkt des Kaufs ebenfalls zu den zehn größten Pharmaunternehmen der Welt zählte. Mit der Übernahme baute Pfizer sein Portfolio aus, vor allem in Richtung Impfstoffe und Biotechnologie.

Platz 6 – Sanofi für Aventis – 65,6 Milliarden Dollar (2004)
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Nur auf dem Papier eine Fusion unter Gleichen: Für gut 65,6 Milliarden Dollar übernimmt der französische Pharmakonzern Sanofi-Synthélabo das deutsch-französische Unternehmen Aventis. Es entsteht Sanofi-Aventis, der größte Medizinhersteller Europas. Die Fusion gilt als kurios, da Sanofi-Synthélabo vor der Übernahme deutlich kleiner als Aventis war. Später legte der Konzern mit Sitz in Paris den Beinamen Aventis wieder ab. Sanofi ist heute Weltmarktführer für Impfstoffe.

Platz 5 – Actavis für Allergan – 66 Milliarden Dollar (2014)
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Lange hatte sich der Botox-Hersteller Allergan gegen eine Übernahme durch den kanadischen Wettbewerber Valeant gewehrt. Dann schlug die Stunde von Actavis: Der amerikanische Branchenriese und Allergan einigten sich auf den Deal. Allergan wehrte dadurch die feindliche Übernahme durch Valeant ab. Für Actavis war der Zukauf ein Kraftakt, der Konzern war selbst kaum größer als sein Übernahmeziel.

Platz 4 – Abbott Laboratories spaltet sich auf – 67 Milliarden Dollar (2011)
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Das amerikanische Pharmaunternehmen Abbott Laboratories spaltete rund 66,6 Milliarden Dollar seines Kapitals in Aktien ab und lagert es zunächst in eine Tochtergesellschaft aus. Die Medizintechnik und Generikaproduktion wurde unter dem Namen „Abbott“ weitergeführt, die Sparten Spezialmedikamente und Biotechnologie hingegen unter dem neuen Namen „AbbVie“ ausgegliedert. Auch Abbotts Flaggschiff, das Arthritis-Medikament Humira, ging auf die neue Gesellschaft über. Im Januar 2013 wurde AbbVie schließlich komplett in die Unabhängigkeit entlassen und wird seitdem an der Wall Street unter dem Kürzel „ABBV“ gelistet.

Platz 3 – American Home Products für Warner-Lambert I – 76 Milliarden Dollar (1999)
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Rund 75,5 Milliarden Dollar betrug das Volumen bei der freundlichen Übernahme des amerikanischen Hygienekonzerns Warner-Lambert durch American Home Products (AHP). Dem Hygienekonzern gehörten seinerzeit unter anderem die Marken Wilkinson Sword und Listerine. Doch AHP überhob sich: Als der Deal schon als perfekt galt, betrat US-Branchenriese Pfizer die Bühne. Er unterbreitete den Aktionären von Warner-Lambert seinerseits ein feindliches Übernahmeangebot – und erhielt den Zuschlag. Eine Strafzahlung von 1,8 Milliarden Dollar von Pfizer versüßte AHP die Niederlage aber zumindest etwas.

Aus Sicht von Baden-Württembergs Wirtschaftsminister Nils Schmid (SPD) zeigt das Engagement der Gates-Stiftung, dass die Unternehmen im Südwesten weltweit eine hervorragende Reputation genießen. Curevac sei eines der erfolgreichsten Biotechnologieunternehmen im Land. Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne) feierte via Facebook: „Bill Gates kommt nach Tübingen. Glückwunsch an unsere Biotechfirma Curevac und den Gründer Ingmar Hoerr. Was für eine Erfolgsgeschichte.“ Als neues Titelbild auf seiner Facebook-Seite wählte er das Konterfei des Microsoft-Gründers. „Schon im April gehen wir in den Gemeinderat wegen der Bauleitplanung“, kündigte er an.

Hopp wertete die Beteiligung von Gates als Auszeichnung und Bestätigung seines Biotech-Engagements. „Natürlich ist das noch keine endgültige Erfolgsgarantie. Aber in der Fußballersprache würde ich es so formulieren: Dieses Unternehmen ist unser Ronaldo“, sagte Hopp. Dem Bericht zufolge ist der SAP-Mitgründer an 17 Biotechfirmen beteiligt, sieben davon gelten demnach inzwischen als erfolglos.


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