Dämpfer für Chery
Qoros macht Millionenverluste

Die chinesische Autoindustrie muss einen Rückschlag verdauen. Qoros fährt Millionenverluste ein und bremst damit das Ergebnis des Mutterkonzerns Chery aus. Auch ein weiteres Joint-Venture der Chinesen schwächelt.
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DüsseldorfDer chinesische Traum, einen weltweit einflussreichen Autokonzern aus der Taufe zu heben, bleibt vorerst unerfüllt: Qoros, der Herausforderer aus China hat finanziell ein schweres Jahr hinter sich. Im ersten vollen Produktionsjahr fuhr das Joint Venture des chinesischen Autobauers Chery und der Kenon Holding aus Singapur einen Verlust von 305 Millionen Euro ein. Den Chinesen sind damit bisher nicht mehr als eine Belastung für die Geldgeber, dabei wollte man eigentlich VW und General Motors in China herausfordern.

Personell haben die Chinesen darum längst umgebaut, der deutsche Chef Volker Steinwascher musste seinen Hut nehmen. Im Interview mit der Wirtschaftswoche übt der neue Chef Phil Murtaugh bereits unterschwellige Kritik an seinen Vorgängern. Sie hätten sich sehr auf die Ingenieursarbeit konzentriert, nun gelte es Controlling und Produktion rentabel ans Laufen zu kriegen. Im vergangenen Jahr hatte Qoros gerade einmal 7000 Autos verkauft und war damit weit hinter den Erwartungen der Investoren zurückgeblieben. Auch das Händlernetz wächst nicht so schnell wie geplant 

Im Qoros-Werk in Changshu, 80 Kilometer nordwestlich von Shanghai können theoretisch bis zu 150.000 Fahrzeuge gebaut werden. Dabei wollte man eigentlich mit dem Rückenwind aus dem Heimatmarkt im Jahr 2016 nach Europa expandieren. Den Markteintritt hat man nun  vertagt.

Durch die Absatzprobleme sorgt Qoros auch für einen deutlichen Gewinneinbruch beim Mutterkonzern Chery. Im Vergleich zum Vorjahr ist deren Gewinn um 86 Prozent zurückgegangen. Denn neben Qoros schwächelt noch ein weiteres Joint Venture: das gemeinsame Unternehmen mit Jaguar Land Rover hat 2014 einen Verlust von 85 Millionen Euro eingefahren 

Auch hier haben die Chinesen bereits durchgegriffen. Verkaufschef Lu Yi musste im April gehen. Doch die Qualitätsprobleme bleiben: beim wichtigen Modell Evoque erreicht das Joint Venture nicht die Qualitätsstandards wie in Europa.

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