Dänischer Braukonzern lehnt Fusionen ab
Carlsberg will alleine an die Spitze

Die dänische Braugruppe Carlsberg A/S will auch nach den letzten Großfusionen in der Brauindustrie weiter selbstständig bleiben. „Wir planen keine Fusion, wir sind groß genug“, sagte Carlsberg-Chef Nils S. Andersen dem Handelsblatt.

DÜSSELDORF. Auch gegenüber einer feindlichen Übernahme sei das Unternehmen immun, behauptet der 47jährige Brauerei-Manager. Denn 51 Prozent der Carlsberg-Aktien befänden sich im Besitz einer Familienstiftung. „Deren Statuten schreiben vor, dass die Stiftung immer einen bedeutenden Einfluss auf das Unternehmen ausüben muss“, sagt Andersen.

Nach der Fusion der belgischen Braugruppe Interbrew mit der brasilianischen Ambev zu Inbev und dem Kauf der kolumbianischen Bavaria Group durch den in London ansässigen Braukonzern SAB–Miller produzieren allein diese beiden Braugruppen jeweils etwa doppelt so viel Bier wie Carlsberg. Die Dänen liegen aber hinter dem niederländischen Brauriesen Heineken weltweit auf dem respektablen fünften Rang. Mit einem Jahresausstoß von knapp unter 100 Mill. Hektolitern brauen die Produzenten der Marken Carlsberg, Tuborg und Holsten etwa genauso viel Bier wie die deutschen Konsumenten insgesamt pro Jahr trinken.

Nach Meinung von Branchenexperten ist aber selbst dies zu wenig, um im internationalen „Bier-Monopoly“ auch künftig noch mithalten zu können. Zu schnell hätten sich die Marktführer Inbev und SAB-Miller vom Hauptfeld abgesetzt, behauptet Germain Hansmaennel, Herausgeber des in der Branche viel beachteten Barth-Hansmaennel-Reports. Bereits der Fünfte im internationalen Ranking – also Carlsberg – habe kaum noch Chancen, so Hansmaennel.

Doch dieses Szenario ficht den Braumanager Andersen, der seit über 20 Jahren in den Diensten von Carlsberg steht, nicht an. „Ich glaube nicht, dass globale Größe relevant ist“, sagt Andersen. Es sei wichtig, auf den lokalen Märkten stark zu sein – und diese Stärke habe Carlsberg vor allem in den letzten sechs Jahren bewiesen.

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