Daewoo Schiffbauer soll neue Milliardenhilfe erhalten

Die Branchenkrise hat den südkoreanischen Schiffbauer Daewoo – eine der weltweit größten Werften – besonders hart getroffen. Mit frischen Krediten hofft die Regierung nun, eine Pleite abwenden zu können.
Update: 23.03.2017 - 12:58 Uhr Kommentieren
DSME gehört zu den weltweit drei größten Werften. Quelle: dpa
Daewoo

DSME gehört zu den weltweit drei größten Werften.

(Foto: dpa)

SeoulDer angeschlagene südkoreanische Schiffbauer Daewoo soll mit neuen Milliardenhilfen vor der Insolvenz gerettet werden. Die staatlichen Geldinstitute Korea Development Bank und Export-Import Bank of Korea wollten dazu frische Kredite in Höhe von 2,9 Billionen Won (2,4 Milliarden Euro) bereitstellen, teilte die Finanzdienste-Kommission (FSC) am Donnerstag mit. Im Gegenzug müssten sich allerdings alle anderen Gläubiger und Anleger auf eine Umschuldung einigen, und Daewoo müsse seine Maßnahmen zur Eigenrettung verstärken.

Die Kommission sieht Daewoo Shipbuilding and Marine Engineering (DSME) in akuten Zahlungsschwierigkeiten. Sollte es kein frisches Geld bekommen, könnte es für das Unternehmen schwierig werden, bis April fällige Schulden in Höhe von 440 Milliarden Won und bis Ende Jahres insgesamt 940 Milliarden Won zurückzuzahlen.

„Falls DSME in Konkurs geht, wird das nicht nur große Verluste für die Schiffbauindustrie, sondern auch für die gesamte koreanische Wirtschaft nach sich ziehen“, warnte die Kommission. Im Falle der Insolvenz von DSME droht 50.000 Menschen der Verlust des Arbeitsplatzes. Zudem hängen etwa 1300 Zulieferer vom Überleben des Schiffbauers ab.

Trotz eines 4,2 Billionen Won umfassenden Rettungspakets von 2015 und eigenen Restrukturierungsmaßnahmen habe sich die Situation für DSME deutlich verschlechtert, hieß es. Die Entwicklung sei auf „die schärfer werdende Krise der Industrie und den starken Auftragsrückgang“ zurückzuführen.

Zwar habe DSME bis Ende 2016 noch einen Auftragsbestand im Wert von 34 Milliarden Dollar (31,5 Milliarden Euro) für 114 Schiffe gehabt. Doch hätten die neuen Aufträge im vergangenen Jahr wertmäßig nur 1,54 Milliarden Dollar betragen - weit hinter den eigenen Schätzungen von 11,5 Milliarden Dollar.

Das sind die Giganten der Meere
Containerschiff "MOL Triumph" im Hamburger Hafen
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Das Containerschiff „MOL Triumph“ legte am Abend (15. Mai 2017) in Hamburg am Terminal Burchardkai an. Mehr als 20.000 Standardcontainer (TEU) kann der Gigant laden, doch die vergleichsweise flache Elbe ließ nur eine Fahrt mit gut der Hälfte der maximalen Kapazität zu.

„MOL Triumph“ auf dem Weg zum Hamburger Hafen
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Mit 400 Metern Länge gehört die „MOL Triumph“ zu den größten Schiffen weltweit, wie der weitere Überblick zeigt.

Die „Cosco Shipping Panama“ fährt in den Panamakanal ein
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Das chinesische Containerschiff „Cosco Shipping Panama“ befuhr im Juni 2016 als erstes Schiff den ausgebauten Panamakanal. Neun Jahre nach Beginn des Ausbaus wurde die Wasserstraße damit offiziell für Schiffe der sogenannten Postpanamax-Klasse freigegeben. War es bis dahin nur Schiffen mit einer Ladekapazität von bis 4400 Containern möglich, den Kanal zu benutzen, so können mittlerweile Großschiffe mit bis zu 14.000 Containern die Wasserstraße befahren.

COSCO Shipping Panama
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Mit einer Länge von 300 Metern und fast 50 Meter Breite zählt die COSCO Shipping Panama sicher zu den Giganten der Meere.

Containerschiff „MSC Zoe“
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Die MSC Zoe beim Einlaufen in den Hamburger Hafen im August 2015. Sie ist mit 395 Metern Länge und 59 Metern Breite zwar knapp nicht das größte Containerschiff der Welt, was die Abmessungen betrifft. Ihre 19.224 Standardcontainer (TEU) bedeuten zu Zeitpunkt ihrer Indienststellung aber Weltrekord in Sachen Transportkapazität. Der Frachter wurde auf der de Daewoo-Werft in Südkorea für die Reederei MSC (Mediterranean Shipping Company) gebaut.

UASC Barzan
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In Sachen Abmessungen spielen die Containerschiffe der UASC A18 in der Champions League. 400 Meter lang und fast 60 Meter breit sind die Giganten der in Kuwait ansässigen Reederei United Arab Shipping Company. Die maximale Ladung liegt bei 18.800 TEU. (Foto: Frank Schwichtenberg/Schwicht de Burgh Photography; CC BY 3.0)

P&O Nedlloyd Tasman
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Als die "P&O Nedlloyd Tasman" im Jahr 2000 die Werft in Warnemünde verließ, war sie das größte jemals in Deutschland gebaute Containerschiff. Heute liegt das knapp 280 Meter lange Schiff eher im Mittelfeld der Containerriesen, seine Ladekapazität beträgt 5468 TEU. Die Abkürzung TEU (Twenty Feet Equivalent Unit) bezeichnet einen Standardcontainer von 20 Fuß (6,058 Meter) Länge und 8 Fuß (2,438 Meter) Breite.

Für die asiatischen Länder, die stark auf Schifffahrt und Schiffbau setzen, ist die gegenwärtige Krise der Branche besonders bedrohlich. Südkorea hat nicht nur die Pleite der Containerreederei Hanjin zu verkraften. Neben Daewoo kämpfen auch die Großwerften Hyundai und Samsung ums Überleben. Der südkoreanische Staat wird dabei als ein starker Verbündeter gesehen.

DSME könnte unter gerichtliche Zwangsverwaltung gestellt werden, sollten sich die Anleger und Gläubiger nicht auf eine Umwandlung von Schulden in Anteile sowie einen Zahlungsaufschub für das Unternehmen verständigen, teilten die Kommission und die Korea Development Bank mit.

Daewoo müsse seinerseits seine eigenen Rettungspläne weiter „rasch und strikt“ umsetzen. Die Gewerkschaft wurde aufgerufen, die Restrukturierungspläne zu akzeptieren und von Streiks abzusehen. Von Daewoo wird unter anderem erwartet, 25 Prozent der Personalkosten zu senken und weitere Beschäftigte zu entlassen. Der operative Verlust des Unternehmens belief sich 2016 auf 1,61 Billionen Won.

  • dpa
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