Daiichi-Sankyo übernimmt U3 Pharma AG
Deutsche Biotech lockt Investoren an

Für 150 Mill. Euro hat der japanische Pharmakonzern Daiichi-Sankyo die kleine Münchner Forschungsfirma U3 Pharma AG erworben. Diese bisher größte Übernahme eines deutschen Biotechunternehmens durch einen etablierten Pharmahersteller erscheint gleich in mehrfacher Sicht bemerkenswert.

FRANKFURT. So spricht der Deal zum einen dafür, dass die Branche, trotz mehrerer Rückschläge im vergangenen Jahr, interessante, und aus Sicht von Pharmafirmen wertvolle Projekte und Technologien generiert. In die gleiche Richtung deuten Allianzen, wie sie zuletzt zum Beispiel die Münchner Firma Scil Technology mit Pfizer und Medtronic oder 2007 die Firmen Morphosys mit Novartis und Idea mit Alpharma vereinbaren konnten. Auch die Kauf der US-Firma Alantos (die aus der Heidelberger Therascope hervorgegangen ist) durch Amgen lässt sich in diesen Trend einordnen.

Im internationalen Vergleich spielen deutsche Biotechfirmen zwar nach wie vor eine untergeordnete Rolle als Kaufobjekte oder Lizenzgeber - in den USA betrug das Volumen von Biotech-Übernahmen und Allianzen laut Ernst & Young 2007 etwa als 60 Mrd. Dollar. Gemessen an der Situation vor einigen Jahren hat sich aber die "Performance" in dieser Hinsicht deutlich verbessert. Übernahme-Spekulationen wie jüngst etwa Gerüchte um Pfizer und Medigene dürften damit zusätzliche Nahrung erhalten.

Die Transaktion bestätigt zum anderen die Bereitschaft von Pharmafirmen, relativ viel Geld in frühe und damit relativ riskante Forschungsprojekte zu investieren. Die 2001 von dem deutschen Forscher Axel Ullrich gegründete U3 Pharma arbeitet mit 27 Mitarbeitern an neuen Ansätzen für Krebsmedikamente. Sie hat bislang aber erst drei Wirkstoffkandidaten in präklinischer Entwicklung. Von der Marktreife sind diese Projekte damit noch sechs bis sieben Jahre entfernt.

Dessen ungeachtet wird U3 von Daiichi ähnlich hoch bewertet wie die börsennotierten Firmen Medigene oder Jerini, die bereits über Produkte auf dem Markt oder kurz vor der Zulassung verfügen. Der Erwerb von U3 Pharma sei eine ideale strategische Ergänzung für das eigene Programm zur Entwicklung therapeutischer Antikörper gegen Krebs, sagte Daiichi-Sankyo-Chef Takashi Shoda. Er folgt mit der Übernahme seinen japanischen Konkurrenten Takeda und Eisai, die in jüngerer Zeit ebenfalls im Biotechbereich zukauften.

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