Daimler-Aktienpaket
Mister X steigt bei Mitsubishi ein

Gerade erst hatte Goldman Sachs von Daimler-Chrysler ein großes Aktienpaket an Mitsubishi Motors übernommen, da hat die US-Investmentbank es auch schon weiterverkauft. An wen, weiß nicht mal Mitsubishi selbst.

HB TOKIO. Goldman Sachs hatte am Freitag den 12,41-Prozent-Anteil an Mitsubishi Motors von Daimler-Chrysler übernommen. Damit war der Gesamtanteil von Goldman Sachs an dem japanischen Konzern auf 13,45 Prozent gestiegen. Nach der Weiterveräußerung reduziert sich Goldman Sachs' Anteil wieder auf 1,04 Prozent. Zum Wert des Aktienverkaufs und den Käufern wurden keine Angaben gemacht.

Wer der oder die Käufer des Aktienpakets sind, wollte Goldman Sachs am Montag nicht sagen. Mitsubishi beteuerte, seinen neuen Großaktionär nicht zu kennen. Japanischen Medienberichten zufolge dürfte Goldman Sachs die Aktien in jeweils kleinerer Anzahl an mehrere institutionelle Investoren in Japan und im Ausland verkauft haben.

Daimler-Chrysler hatte mit dem Anteilsverkauf einen Schlussstrich unter sein verlustreiches Engagement in Japan gezogen. Gleichzeitig setzte der Konzern ein erstes Zeichen für eine neue Ära. Er hat sich überraschend schnell von den Plänen einer Welt-AG seines langjährigen Konzernchefs Jürgen Schrempp verabschiedet – noch bevor dessen Amtszeit offiziell abgelaufen ist.

Die Beteiligung bei den Japanern sollte dem deutschen Unternehmen einst das Tor zum asiatischen Markt öffnen und galt als ein Eckpfeiler von Schrempps Vision eines Autokonzerns mit starken Säulen in Nordamerika, Europa und Asien. Doch Mitsubishi kam aus den roten Zahlen nicht heraus, Daimler musste wiederholt aushelfen. Deshalb hatte der Vorstand bereits vor gut eineinhalb Jahren die Reißleine gezogen und – gegen den Willen von Konzernlenker Schrempp – die schrittweise Trennung von Mitsubishi eingeleitet.

Mit dem Verkauf des noch verbliebenen Daimler-Anteils von rund 13 Prozent an die Investmentbank Goldman Sachs treibt Mercedes-Chef Dieter Zetsche, der am 1. Januar 2005 auch die Führung des Gesamtkonzerns übernehmen wird, den Umbau von Daimler-Chrysler voran. Zetsche hält im Gegensatz zu Schrempp in der Automobilindustrie projektbezogene Kooperationen mit verschiedenen Partnern für zeitgemäßer als große Übernahmen. Auch im Fall Volkswagen lehnt Zetsche eine Kapitalbeteiligung ab, will aber von Fall zu Fall bei einzelnen Modellen Kooperationsmöglichkeiten ausloten.

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