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18.06.2008 

In Ungarn zählt die Autoproduktion seit 1990 zu den Branchen mit dem höchsten Wachstum. Hinter der Elektroindustrie entwickelte sie sich zum zweitwichtigsten Sektor im verarbeitenden Gewerbe. Außerdem sind Pkw ein wesentlicher Faktor des ungarischen Exports.die nicht mehr zu den billigsten zählt, 90 Prozent der Autoherstellung entfallen auf Unternehmen, die mehrheitlich in ausländischem Besitz sind. Die wichtigsten Investoren sind Audi und Suzuki. Audi Hungaria betreibt im westungarischen Györ eines der weltweit größten Motorenwerke, das im letzten Jahr fast zwei Millionen Motoren ausgeliefert hat. Die Fertigungskapazität von Suzuki liegt gegenwärtig bei 300 000 Einheiten pro Jahr.

Ungarn ist aber auch das Eldorado für Zulieferer. Zu den bedeutendsten Exporteuren von Kfz-Komponenten gehören die General-Motors-Tochter Powertrain und Bosch. Allein der Volkswagen-Konzern bezieht aus Ungarn jährlich Zulieferungen im Wert von gut 300 Millionen Euro. Suzuki arbeitet mit mehr als 100 Zulieferern in Ungarn zusammen. Die Stärke der ungarischen Zulieferer besteht vor allem darin, dass sie im ungarischen Westen, in der Nähe zu Tschechien, Polen und der Slowakei angesiedelt sind. Überhaupt gilt Ungarn als exzellenter Standort für Logistik und Vertrieb. Viele Unternehmen haben sich rund um Budapest angesiedelt, wo die verkehrsmäßige Anbindung an die Nachbarstaaten sehr günstig ist. Ungarn verfügt über eine Verkehrsinfrastruktur, die der in Polen und der Slowakei weit überlegen ist und die günstige Verbindungen zum Balkan anbietet.

Als Absatzmarkt für Pkw, insbesondere für die wichtigsten Modelle von Daimler, ist Ungarn dagegen kaum interessant. Die politische und wirtschaftliche Elite des Landes ist mit einschlägigen Modellen ausgestattet, die hin und wieder ausgetauscht werden. In den vergangenen Jahren hat der Ruf Ungarns als Vorreiter marktwirtschaftlicher Reformen im ehemaligen Ostblock und als Investorenparadies erheblich gelitten. Der Zustrom an ausländischen Direktinvestitionen ist rückläufig. Die Linksregierung von Premier Ferenc Gyurcsany hat begonnen, wichtige Reformen, die vor allem der Haushaltsanierung und insgesamt der makroökonomischen Stabilisierung dienen sollten, zurückzunehmen.

Wie Polen und Tschechien ist Ungarn von einem eklatanten Mangel an qualifizierten Arbeitskräften betroffen. Das gilt besonders für Regionen wie Westungarn, in denen ausländische Investoren besonders aktiv sind. Mit einem durchschnittlichen Bruttomonatslohn von knapp 800 Euro gehört Ungarn auch nicht mehr zu den klassischen Niedriglohnländern.

Volkswagen hatte im vergangenen November sein erstes Werk in Kaluga nahe Moskau eröffnet, um den stark wachsenden russischen Markt zu beliefern. In Ungarn produziert die Tochter Audi Wagen in einem Werk in Györ. Zudem sind die Wolfsburger durch ihre tschechische Tochter Skoda stark in Osteuropa vertreten. In Polen produziert Volkswagen Nutzfahrzeuge und Motoren.BMW ist mit einem Montagewerk im russischen Kaliningrad vertreten.

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