Daimler
Betriebsrat fordert Arbeitsplatzgarantie

Der Betriebsrat von Daimler will, dass es nicht mehr zu betriebsbedingten Kündigungen kommt. Die einfache Begründung: Dem Konzern ginge es gerade ziemlich gut.
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StuttgartAngesichts der boomenden Autokonjunktur wachsen bei den Beschäftigten von Daimler die Begehrlichkeiten. Auf einer Betriebsversammlung forderte der Betriebsratsvorsitzende des Pkw-Werks Rastatt, Karlheinz Fischer, vom Vorstand ein Signal zur Arbeitsplatzgarantie. Er begründete dies mit dem Rekordabsatz in der ersten Jahreshälfte bei Mercedes-Benz-Pkw.

Betriebsbedingte Kündigungen sind bei den 150.000 Beschäftigten der Daimler AG in Deutschland bislang ausgeschlossen, dieser im Jahr 2004 vereinbarte Kündigungsschutz läuft aber Ende des Jahres aus. Dieser Schutz war teuer erkauft worden, da die Beschäftigten im Rahmen der sogenannten „Zukunftssicherung 2012“ finanzielle Einbußen hingenommen hatten.

Betriebsrat Fischer will diese Vereinbarung aber auf keinen Fall weiterführen. „Aufgrund der guten wirtschaftlichen Situation des Unternehmens ist eine Weiterführung der Zukunftssicherung nicht notwendig“, zitierte die IG Metall den Betriebsrat. Fischer verlangt, dass das Unternehmens freiwillig auf betriebsbedingte Kündigungen verzichtet - ohne Gegenleistung der Beschäftigten.

Auch Konzernbetriebsratschef Erich Klemm hatte sich zuletzt skeptisch gezeigt, ob eine neue Vereinbarung zustande kommt. „Wir werden nicht noch mal einen Preis dafür zahlen, dass den Beschäftigten nicht betriebsbedingt gekündigt werden darf“, verlautete es aus Kreisen des Konzernbetriebsrats. Daimler solle sich ein Vorbild an Siemens nehmen: Der Münchener Technologiekonzern hatte im Herbst vergangenen Jahres seinen 128.000 Mitarbeitern in Deutschland einseitig versprochen, bis Ende 2013 auf Werksschließungen zu verzichten und keinem Mitarbeiter betriebsbedingt zu kündigen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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