Daimler, BMW und VW Umtauschprämie für alte Dieselfahrzeuge wird verlängert

Die deutsche Autoindustrie scheint von der Umtauschprämie für alte Dieselwagen zu profitieren. Ursprünglich sollte der Bonus nur noch bis Ende diesen Jahres gezahlt werden. Nun gehen gleich mehrere Autobauer in die Verlängerung.
Update: 19.12.2017 - 15:12 Uhr Kommentieren
BMW und Daimler: Umtauschprämie für alte Diesel wird verlängert Quelle: dpa
Diesel-Abgase

„Wer bis Mitte nächsten Jahres ein Auto bestellt, profitiert noch von der Umtauschprämie“, heißt es vom Daimler-Konzern.

(Foto: dpa)

Berlin Der VW-Konzern, Daimler, BMW und Ford verlängern ihre Umtauschprämien für alte Dieselautos über das Jahresende hinaus. Mit den Kaufanreizen wollen die Konzerne Dieselautos mit hohem Stickoxidausstoß von der Straße holen und Fahrverbote in einzelnen Städten verhindern.

Seit dem Start des Prämienangebots im August hätten schon mehr als 110 000 Kunden von VW, Audi, Seat und Skoda ihre Euro-1- bis Euro-4-Dieselautos zum Verschrotten abgegeben und mit der Prämie ein neues Auto gekauft, teilte der VW-Konzern am Dienstag mit. Die eigentlich bis Jahresende befristete Aktion werde nun bis Ende März verlängert, „um die Luftqualität in den Innenstädten zu verbessern“, sagte Vertriebschef Fred Kappler.

Daimler und BMW verlängern ihre Prämien sogar bis Ende Juni, wie die Branchenzeitung „Automobilwoche“ zuvor berichtet hatte. Ford zahlt die Prämie vorerst unbefristet weiter, „bis auf Widerruf“. Opel verhandelt noch mit seinen Händlern.

Die nach dem Diesel-Gipfel im August angekündigten Prämien sind allerdings schwer miteinander vergleichbar. So macht BMW den Kauf eines Wagens mit niedrigem CO2-Ausstoß zur Bedingung und zahlt 2000 Euro. VW zahlt die höchste Prämie – 10.000 Euro – beim Kauf des großen Touareg-SUV. VW verschrottet die Altfahrzeuge, bei BMW können die Händler sie auch wieder verkaufen.

Wer zahlt wie viel für alte Diesel?
BMW gewährt Neufahrzeugkunden bis Ende 2017 eine sogenannte Umweltprämiere in Höhe von 2.000 Euro beim Kauf eines neuen BMWs mit einem CO2-Ausstoß von maximal 130 Gramm pro Kilometer.
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Wer sich für das Elektromobil i3 entscheidet, kann als Neufahrzeugkunde zusammen mit dem Umweltbonus der Bafa auf eine Prämiensumme von 6.000 Euro kommen.

Angerechnet auf den Neuwagenpreis werden die 2.000 Euro von BMW bei der Inzahlungnahme eines Gebrauchten Dieselautos mit Euro-4-Abgasnorm oder schlechter. Am 1. Januar zählte das Kraftfahrtbundesamt rund 3,5 Million Diesel der Schadstoffklasse Euro 4. Diese Fahrzeuge sind mindestens 11 Jahre alt.

Unabhängig davon haben Käufer eines i3 zusätzlich noch die Möglichkeit, bei der Bafa die Fördermittel für E-Mobile in Höhe von 4.000 einzufordern.

Toyota CH-R
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Wer bei Toyota jetzt einen gebrauchten Diesel in Zahlung gibt und einen neuen Hybrid (Yaris, Auris, Rav4, C-HR oder Prius) kauft, bekommt von den Japanern nicht nur die übliche Hybrid-Prämie von 2.000 Euro, sondern die gleiche Summe noch einmal für den alten Selbstzünder obendrauf.

Wer einen alten Diesel für einen Neuwagen in Zahlung geben will, kann sich auch bei Nissan eine Abwrackprämie sichern
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Nicht nur den Kauf eines neuen Elektroautos erleichtert der Autohersteller mit einer attraktiven Wechselprämie – vom „Nissan Diesel Deal“ profitieren ab sofort auch Kunden, die sich für ein konventionell angetriebenes Modell entscheiden. Wer seinen Euro-1- bis Euro-3-Diesel verschrotten lässt oder seinen Euro-4-Diesel in Zahlung gibt, erhält beim Kauf eines neuen Modells bis zu 6.500 Euro Wechselprämie.

Der Deal gilt beim Kauf der Modelle Micra (4.000 Euro Prämie), Juke, Pulsar, Qashqai (jeweils 5.000 Euro Prämie) und X-Trail (6.500 Euro Prämie). Voraussetzung ist der Abschluss eines Kaufvertrags bis zum 30. September 2017.

Weiterhin im Angebot bleibt die Wechselprämie beim Kauf eines neuen Elektroautos. Zur Wahl stehen der Leaf und der Kleintransporter e-NV200, der auch in der Pkw-Variante e-NV200 Evalia angeboten wird. Zusammen mit dem staatlichen, von Nissan auf bis zu 5.250 Euro aufgestockten Elektrobonus ergibt sich eine Ersparnis von bis zu 7.250 Euro.

Noch mehr gibt es unter Umständen bei Ford zu holen
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Wer bei den Kölnern nun einen Diesel mit Euro-1-, 2- oder 3-Norm bis Baujahr 2006 abgibt und sich noch dieses Jahr für einen neuen Ford entscheidet, kann zwischen 2.000 und 8.000 Euro Alt-Diesel-Prämie absahnen. Dafür kümmert sich Ford um eine kostenlose Verschrottung des alten Stinkers – so will das Unternehmen zu besserer Luft beitragen. 

Bei der Abwrackprämie für ältere Diesel-Fahrzeuge zieht Opel nach
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Die deutsche Tochter des französischen PSA-Konzerns bietet den Besitzern älterer Dieselautos der Abgasnorm Euro 4 und niedriger modellabhängige Prämien an, wenn sie einen Opel-Neuwagen kaufen.

Der „Umweltbonus“ beträgt zwischen 1750 Euro beim Kleinstwagen Karl und 7000 Euro beim Spitzenmodell Insignia. Der Käufer muss seinen Alt-Diesel verschrotten lassen.

Hyundai: 10.000 Euro Nachlass auf den Grand Santa Fe
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Hyundai bietet Käufern eines Grand Santa Fe im Rahmen der Aktion „Green Deal“ bei Abgabe eines alten Diesel-Pkw bis zum 31. Dezember 2017 einen Nachlass von 10.000 Euro auf den Kaufpreis. Darüber hinaus bekommt der Kunde bei Inzahlunggabe eines Euro 4-Dieselmodelles beim teilnehmenden Händler noch den Zeitwert für das Altfahrzeug angerechnet.

Angetrieben wird das siebensitzige SUV mit serienmäßigem Allradantrieb und Sechs-Gang-Automatik von einem 2,2-Liter-Dieselmotor mit 147 kW / 200 PS. Die Preisliste beginnt bei 47.900 Euro.

Auch Renault bietet ab sofort beim Kauf eines Neuwagens unter dem Motto „Tschüss, alter Diesel!“ eine Wechselprämie von bis zu 7.000 Euro an.
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Die Franzosen wollen mit ihrer Aktion nach eigenen Angaben Anreize schaffen, alte Dieselfahrzeuge durch Fahrzeuge mit moderner Abgasreinigung zu ersetzen. Die Konditionen sind wie bei den anderen Herstellern: Die Prämie wird Privatkunden auf den Kaufpreis eines neuen Renaults angerechnet, wenn ein alter Diesel-Pkw mit Abgasnorm Euro 4 oder älter in Zahlung gegeben wird.

Laut aktuellsten Daten des Kraftfahrtbundesamtes waren zum 1. Januar 2017 noch 6,4 Millionen Dieselautos mit Euro-1- bis Euro-4-Motoren in Deutschland zugelassen. Wie erfolgreich die Umtauschprämien seien, dazu lägen noch keine Zahlen vor. Daimler und BMW wollten keine Zahlen über ihre Rücknahmen nennen.

Experte Stefan Bratzel vom Autoinstitut der Wirtschaftshochschule Bergisch Gladbach sagte, auch ohne Prämie wären viele zum Teil schon 15 Jahre alte Dieselautos verschrottet worden. Aber viele Autofahrer dürften die Chance genutzt haben, ein neues Fahrzeug zu kaufen und die Prämie mitzunehmen - die 110 000 bei VW eingetauschten Autos seien ein Indiz dafür. Für Konzerne sei die Kaufprämie sicher ein gutes Geschäft. „Die Marge ist nicht so hoch wie sonst, aber das ist keine Wohlfahrtsveranstaltung.“

Beim Dieselgipfel in Berlin hatten Volkswagen, Daimler, BMW und Opel ihren Kunden außerdem kostenlose Updates an der Steuersoftware von etwa 5,3 Millionen Autos der Schadstoffnormen Euro 5 und 6 zugesagt. Vom Bundesverwaltungsgericht wird im Februar eine Grundsatzentscheidung über Fahrverbote in Städten erwartet.

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