Daimler
C-Klasse zieht um ins Ausland

Daimler will innerhalb der nächsten drei Monate über eine Teil-Verlagerung der Produktion seiner neuen Mercedes-C-Klasse ins Ausland entscheiden. Der Stuttgarter Autokonzern will so die Auswirkungen durch den zuletzt deutlich gestiegenen Kurs des Euro abmildern.
  • 1

ebe/HB NEW YORK. Der gestiegene Eurokurs sei „offensichtlich eine signifikante Belastung für das Ergebnis“, sagte Konzernchef Dieter Zetsche heute vor Journalisten in New York. Sollten die Währungsrelationen so bleiben oder sich verschlechtern, müsse Daimler versuchen, entsprechende Belastungen im Euro-Raum zu reduzieren.

In einem Szenario, das der Autokonzern derzeit untersucht, könnte die neue Generation der C-Klasse ab 2014 teilweise im Mercedes-Werk Tuscaloosa im US-Bundesstaat Alabama produziert werden. Hier laufen bisher die Geländewagen-Reihen sowie die R-Klasse vom Band. Die Mercedes-Fabrik sei derzeit nicht voll ausgelastet, sagte Zetsche. Bisher wird die meistverkaufte Daimler-Baureihe in Sindelfingen, Bremen sowie in Südafrika und China produziert.

Daimler-Betriebsratschef Erich Klemm hatte zuletzt gewarnt, bei einer Verlagerung der Produktion könnten in Sindelfingen 3000 Stellen und in Bremen 1500 Arbeitsplätze bedroht sein. Mit einer weiteren Produtkionsverlagerung Richtung USA läge Daimler im Trend. Der deutsche Wettbewerber Volkswagen baut derzeit ein Werk in Chattanooga, Tennessee, und will dort ab 2011 zunächst eine größere Version des VW Passat für den US-Markt fertigen.

Auf der anderen Seite plant Daimler im nächsten Jahr voraussichtlich weitere Kurzarbeit. „Wir können 24 Monate lang Kurzarbeit fahren. Das ist gar keine Frage“, sagte Finanzvorstand Bodo Uebber der „Financial Times Deutschland“. Der Stuttgarter Autobauer hatte vor knapp einem Jahr in seinem Sindelfinger Werk erstmals in der aktuellen Krise Kurzarbeit eingeführt. Die Verlängerung wäre ein deutliches Signal, dass die Erholung der Autoindustrie schleppender verläuft, als die Branche zuletzt gehofft hatte, schreibt die Zeitung.

Während der vergangenen Monate zeichnete sich bei mehreren Autobauern eine leichte Besserung des Geschäfts ab. Daimler selbst meldete im dritten Quartal wieder Gewinn, nachdem im ersten Halbjahr ein Milliardenverlust angefallen war. Auch im Gesamtjahr wird sich ein Verlust nicht vermeiden lassen. Für das nächste Jahr schloss Uebber wegen der unsicheren Absatzlage ein erneutes Minus nicht grundsätzlich aus. „Für 2010 müssen wir weiter daran arbeiten, ein positives Unternehmensergebnis zu erreichen“, sagte er. Genauere Aussagen sollen im Februar folgen.

Der Krise begegnet Daimler mit einem strikten Sparkurs. In diesem Jahr sollen Einsparungen von fünf Mrd. Euro erzielt werden, schreibt das Blatt. Bislang hatte das Management deutlich mehr als vier Mrd. Euro in Aussicht gestellt. Auch im nächsten Jahr soll ein ähnlich hoher Betrag eingespart werden.

Kommentare zu " Daimler: C-Klasse zieht um ins Ausland"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Ja, verschwindet alle ins Ausland, aber lasst Euch dann hier nie wieder sehen oder bettelt gar um staatliche Hilfe ( Kurzarbeit ? ) ! Wo seit ihr wenn der Staat und die Menschen hier Euch brauchen ?? Statt etwas für Land und Leute zu tun steht euch ständig nur das Dollarzeichen in den Augen. Von sozialer Verantwortung kann keine Rede mehr sein. in einem Land in der sich leider viele Menschen von ihrer Arbeit nicht mehr ernähren können wird Arbeit, Vermögen und Know how ind Ausland getragen. Prima !

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%